›Er wird auch Wege finden,
Da dein Fuß gehen kann‹?«

Und das Wiseli war sehr glücklich in seinem Traume, und auf seinem Bündelchen schlief es so gut, als läge es in einem weichen Bette.


Fünftes Kapitel.

Wie es weiter geht und Sommer wird.


Als die alte Trine mit dem Bericht auf die Halde zurückkam, daß Wiselis Mutter gestorben und das Kind soeben von seinem Vetter-Götti geholt worden sei, entstand ein großer Aufruhr im Hause. Die Mutter konnte sich des Klagens und Jammerns nicht erwehren darüber, daß sie den Besuch bei der Kranken nicht mehr gemacht hatte, den sie zu machen sich schon seit einigen Tagen bestimmt vorgenommen; aber sie hatte keine Ahnung gehabt, daß das Ende der armen Frau so nahe sein konnte; sie war sehr betrübt und ergriffen.

Derweilen lief Otto mit ungeheuren Schritten der Aufregung das Zimmer auf und nieder und rief zornentbrannt einmal ums andere aus: »Es ist eine Ungerechtigkeit! Es ist eine Ungerechtigkeit! Aber wenn er ihm etwas zuleide tut, dann kann er nachher nur seine Rippen zählen, wie manche davon noch ganz ist!«

»Wen meinst du denn eigentlich, Otto, von wem sprichst du?« unterbrach die Mutter den eifernden Sohn.

»Vom Chäppi«, erwiderte er; »was kann er dem Wiseli alles tun, wenn es mit ihm zusammenwohnen muß! Das ist eine Ungerechtigkeit! Aber er soll es nur probieren –.« Hier wurde Otto wieder unterbrochen, indem ein wiederholtes, heftiges Stampfen seine Stimme übertönte.