„Das Lyzeum soll zu einer Hochschule sich gestalten, an der wissenschaftlich tüchtige Männer und Frauen unserer weiblichen Jugend zu dem schwierigsten, verantwortlichsten und idealsten Berufe, dem der Erziehung des Geschlechtes der Zukunft die Weihe der Wissenschaft geben.“
Der Gedanke einer Hochschule für Frauen war nicht neu. Bereits im Dezember 1849 war der Plan, solche Hochschulen zu gründen, in Hamburg aufgetaucht, und zwar in Fröbelkreisen. Es bildete sich damals in der Hansestadt ein „Allgemeiner Bildungsverein deutscher Frauen“, aus dessen Statuten in diesem Zusammenhang folgendes interessiert:
„1. Zweck: Verbreitung humaner Bildung ohne Rücksicht auf konfessionelle Unterschiede.
2. Bildungsmittel: Hochschulen für das weibliche Geschlecht, Kindergärten, Verbindung der Erziehung der Familie mit dem Unterricht der Schule, Armenpflege, Krankenpflege.
3. Stellung: Hamburg ist vorläufig der Sitz des Zentralvereins, welcher zur Förderung der allgemeinen Zwecke sich mit allen deutschen Frauenvereinen in Verbindung setzt. Diese schließen sich dem Zentralverein an, indem sie sich zu regelmäßiger Unterstützung der gemeinsamen Zwecke verpflichten.
4. Das erste gemeinsame Unternehmen ist die Stiftung einer Hochschule für Mädchen in Hamburg in Verbindung mit der Beförderung der Kindergärten.“
Im Januar 1850 wurde die neue Anstalt eröffnet. Ein Neffe Friedrich Fröbels: Carl Fröbel war ihr erster Rektor. Ihm zur Seite stand ein Verwaltungsausschuß, dem folgende Frauen angehörten: Emma Isler geb. Meyer, Bertha Traun geb. Meyer, Elise Bieling geb. Ström, Mathilde Seybold geb. Mohrmann, Henriette Salomon geb. Goldschmidt, Emilie Wüstenfeld geb. Capelle.
Auch Friedrich Fröbel, der während des Winters 1849/50 in Hamburg weilte und pädagogische Vortragskurse abhielt, unterstützte die junge Anstalt. Zur Charakterisierung der Hamburger Frauenhochschule sei aus dem ersten Programm derselben noch folgendes mitgeteilt:
„Die Anstalt soll erwachsenen Mädchen nach vollendetem Schulkursus eine weitere Ausbildung gewähren, die alles umfaßt, was das praktische, gesellige und geistige Leben in seinen höchsten Sphären von gebildeten Frauen verlangen kann.
Die eigentlichen Schülerinnen, von welchen eine Ausbildung nach allen drei Richtungen gewünscht wird, wohnen als Pensionärinnen in dem Pensionshause der Anstalt, welchem Professor Carl Fröbel und seine Frau Johanna Fröbel geb. Küstner vorstehen. Wenn die Zahl der Pensionärinnen zwanzig übersteigt, wird ein zweites Pensionshaus errichtet.