Die festen Verbrennungsprodukte (Rückstand und Rauch), die sich bei vorstehenden Gasen bildeten, bestanden aus
| Kaliumsulfat | 62,10 |
| Kaliumcarbonat | 18,58 |
| Kaliumhyposulfit | 4,80 |
| Schwefelkalium | 3,13 |
| Schwefelcyankalium | 0,45 |
| Kaliumnitrat | 5,47 |
| Kohle | 1,07 |
| Schwefel | 0,20 |
| Ammonsesquicarbonat | 4,20 |
| 100,00 |
Die Umsetzung, welche das Schiesspulver beim Abbrennen erleidet, lässt sich durch folgendes Schema ausdrücken:
| Grm. | |||||||||||||
| Rückstand 0,680 | K2SO4 | 0,422 | |||||||||||
| K2CO3 | 0,126 | ||||||||||||
| K2S2}O3 | 0,032 | ||||||||||||
| K2S | 0,021 | ||||||||||||
| KCNS | 0,126 | ||||||||||||
| KNO3 | 0,037 | ||||||||||||
| C | 0,007 | ||||||||||||
| S | 0,001 | ||||||||||||
| (NH4)2CO2 | 0,028 | ||||||||||||
| 1 Grm. Pulver | Salpeter | 0,789 | giebt verbrannt | ||||||||||
| Schwefel | 0,098 | ||||||||||||
| Kohle | C | 0,076 | |||||||||||
| H | 0,004 | ||||||||||||
| O | 0,030 | ||||||||||||
| Grm. | Kubikcentim. | ||||||||||||
| Gase 0,314 | N | 0,099 | = | 79,40 | |||||||||
| CO2 | 0,201 | = | 101,71 | ||||||||||
| CO | 0,209 | = | 7,49 | ||||||||||
| H | 0,0002 | = | 2,34 | ||||||||||
| SH2 | 0,0018 | = | 1,16 | ||||||||||
| O | 0,0014 | = | 1,00 | ||||||||||
| 0,994 | 193,10 | ||||||||||||
Bei verschiedenem Druck bilden sich indessen verschiedene Verbrennungsprodukte, wie die Versuche von Craig und die jüngsten von N. Fedorow (1869) unwiderlegbar gezeigt haben.
Das Schiesspulver ist durch keine andere bekannte Substanz zu ersetzen, da andere ähnliche Stoffe, wie Knallquecksilber, Kaliumchlorat u. s. w., zu schnell explodiren und das Geschütz unfehlbar zertrümmern, andere Stoffe, wie die Schiessbaumwolle, unter den Zersetzungsprodukten Wasser und salpetrige Säure erzeugen, die auf die Wände des Geschützes und auf den nachfolgenden Schuss von grossem Einflusse sind.
Neue Sprengpulver.
Unter dem Namen Pyronone ist kürzlich ein neues Sprengpulver aufgetaucht, welches aus 52,5 Th. Natriumnitrat, 20 Th. Schwefel und 27,5 Th. Gerberlohe besteht. Es ist weit billiger als das gewöhnliche Sprengpulver, ob auch wirksamer, ist zu bezweifeln. Zweckmässiger ist das von Wynands unter dem Namen Saxifragin eingeführte Sprengpulver, aus 76 Th. Bariumnitrat, 22 Th. Holzkohle und 2 Th. Kalisalpeter bestehend. Das von Hauptmann E. Schultze 1864 erfundene neue Schiess- und Sprengpulver besteht aus Holzkörnern, die mit Salpetersäure und Schwefelsäure behandelt und dann mit einer Lösung von Salpeter getränkt und endlich getrocknet werden. Es wird in Edgeworthlodge in Hampshire dargestellt. Bändisch hat ein Verfahren erfunden, das Schultze'sche Pulver zu einem festen Körper zusammenzupressen, wodurch er in kleinerem Umfange die grösste Kraft enthält und sich gefahrlos transportiren lässt. Das unter der Bezeichnung Lithofracteur[33] in Belgien angewendete weisse Sprengpulver ist eine explosive Substanz, welche sich dem Pyroxylin an die Seite stellt. Das Haloxylin von Neumeyer und Fehleisen ist ein Gemenge von Kohle, Salpeter und Blutlaugensalz. — Das Sprengpulver von Callou ist ein Gemenge von Kaliumchlorat und Operment. — Das unter dem Namen Sprengöl (Nitroleum) vorkommende flüssige Sprengpräparat ist Nitroglycerin, aus welchen man die weiter unten zu beschreibenden Sprengmischungen Dynamit und Dualin darstellt. Seit einigen Jahren findet in England und Frankreich das pikrinsaure Kalium zum Füllen der zur Zerstörung der Panzerplatten der Kriegsschiffe bestimmten Bomben Anwendung, ebenso zur Darstellung des sogenannten Pikratpulvers.
Pulverprobe.