Eine schöne weisse Flamme, welche mit einem prachtvoll blauen Rande umgeben ist, erhält man nach Uhden aus 20 Th. Salpeter, 5 Th. Schwefel, 4 Th. Schwefelkadmium und 1 Th. Kohle. Chlorthallium giebt in geeigneter Mischung eine prächtig grüne Flamme. Das Magnesiumlicht ist gleichfalls zu pyrotechnischen Zwecken in neuerer Zeit vorgeschlagen worden.
Unter den die Farbe ertheilenden Salzen sind selbstverständlich diejenigen die vorzüglichsten, deren Säure durch Sauerstoffabgabe den Verbrennungsprocess zu unterstützen im Stande ist. In dieser Beziehung würden die chlorsauren Salze der die Färbung ertheilenden Basen die vortheilhaftesten sein, da die Chlorsäure ihren Sauerstoff leichter und vollständiger abgiebt als die Salpetersäure. Der Anwendung dieser Salze stehen aber mehrere Hindernisse entgegen: sie werden theils an der Luft leicht feucht, theils zersetzen sie sich ausserordentlich leicht, sogar freiwillig und unter Explosion, endlich sind sie noch nicht durch den Handel zu beziehen. — Anstatt der salpetersauren Salze des Bariums und Strontiums wendet man auch häufig die Carbonate derselben an. Nach Dessignolle und Casthelaz lassen sich prächtige farbige Flammen mit pikrinsaurem Ammoniak erhalten und zwar aus folgenden Mischungen:
| Gelb | Pikrins. Ammoniak | 50 | |
| Pikrins. Eisenoxydul | 50 | ||
| Grün | Pikrins. Ammoniak | 48 | |
| Salpeters. Barium | 52 | ||
| Roth | Pikrins. Ammoniak | 54 | |
| Salpeters. Strontium | 46 | ||
b) Nitroglycerin.
Nitroglycerin.
Das Nitroglycerin (Sprengöl, Nitroleum, Trinitrin, Glycerylnitrat, Glonoïn) wurde im Jahre 1847 im Laboratorium von Professor Pelouze in Paris durch Sobrero entdeckt, von dem Schweden Alfred Nobel im Jahre 1862 aber zuerst fabrikmässig dargestellt und als Sprengmaterial in die Technik eingeführt. Es hat die Formel C3H5N3O9 oder C3H5 (NO2)3 } O3, es ist mithin Glycerin C3H5 H3 } O3, in welchem 3 At. durch 3 At. NO2 ersetzt sind. Bei der Verbrennung desselben geben 100 Theile
| Wasser | 20 | Th. |
| Kohlensäure | 58 | „ |
| Sauerstoff | 3,5 | „ |
| Stickstoff | 18,5 | „ |
| 100,0 | Th. |
Da das spec. Gewicht des Sprengöls 1,6 ist, so giebt 1 Vol. davon bei der Verbrennung
| Wasserdampf | 554 | Vol. |
| Kohlensäure | 469 | „ |
| Sauerstoff | 39 | „ |
| Stickstoff | 236 | „ |
| 1298 | Vol. |