I. Bleifreies Glas.
A. Tafelglas.a)Fensterglas (Scheibenglas):
α) Walzenglas,
β) Mondglas,
b)Spiegelglas:
α) Geblasenes Spiegelglas,
β) Gegossenes Spiegelglas.
B. Hohlglas. (Buttelglas):a)Gewöhnliches Bouteillenglas,
b)Medicin- und Parfümerieglas,
c)Gobeleterie (Trinkgefässe, Glaskelche, Karaffen etc.
d)Wasserleitungs- und Gasröhren,
e)Glaskolben, Retorten etc.
C. Gepresstes Glas.
D. Wasserglas.
II. Bleihaltiges Glas.
A.Krystallglas.
B.Optisches Glas.
C.Email.
D.Strass.
III. Gefärbtes Glas und Glasmalerei.
IV. Glasverzierungen.

Bleifreies Glas, Tafel- oder Fensterglas.

Die in den Glashäfen der Schmelzöfen geschmolzene Glasmasse wird entweder zu Tafelglas (Fensterglas, Spiegelglas) oder zu Hohlglas verarbeitet. Das Tafelglas, mit diesem Namen bezeichnet, weil es in Form von kleineren oder grösseren Glastafeln, besonders für Fensterscheiben dargestellt wird, ist entweder ordinäres Bouteillenglas der Zusammensetzung nach, oder feineres Glas mit weisser Farbe. Letzteres verwendet man nur für grössere oder dickere Scheiben, ersteres für das gewöhnliche dünne Fensterglas, wobei es weniger auf weisse Farbe ankommt. Für das ordinäre Fensterglas ist bei der Herstellung des Satzes Wohlfeilheit ein wesentlicher Punkt. Man verwendet deshalb rohe, nicht gereinigte Materialien wie rohe Potasche und rohe Soda, Holzasche, Pfannenstein der Salinen, Glaubersalz und gewöhnlichen Sand und Glasbrocken nach Vorrath.

Im Allgemeinen lässt sich annehmen, dass auf den meisten Glashütten man das Fenster- oder Tafelglas heutzutage durch Zusammenschmelzen von 100 Th. Sand, 30–40 Th. calcinirter, gereinigter Soda und 30–40 Th. Calciumcarbonat darstellt. Anstatt der Soda bedient man sich auch einer äquivalenten Menge von Glaubersalz und setzt in diesem Falle (wie S. [305] erwähnt), die erforderliche Menge Kohlenpulver hinzu. Benrath (1869) fand in verschiedenen Tafelglassorten folgende Zusammensetzung:

Kieselsäure70,7171,5673,11
Natron13,2512,9713,00
Kalk13,5813,2713,24
Thonerde und Eisenoxyd1,921,290,83
99,4699,09100,18

Werkzeuge.

Die hauptsächlichsten Werkzeuge, deren sich die Glasmacher zur Herstellung des Tafel- und Hohlglases bedienen, sind folgende:

a) Die Pfeife oder das Blasrohr (Fig. [130]) ist eine 1,5–1,8 Meter lange Röhre von Schmiedeeisen, etwa 3–4 Centimeter dick und inwendig 1 Centimeter weit. a ist das Mundstück und muss sehr glatt gefeilt sein, damit es mit Leichtigkeit zwischen den Lippen umgedreht werden kann. Der aufgeschobene hölzerne Griff c von 0,3–0,5 Meter Länge schützt den Arbeiter, b dient zum Anheften des Glases.

Fig. 130.