Die Zusammensetzung der Knochenasche ist nach zwei Analysen:

1.2.
Calciumcarbonat10,079,42
Magnesiumphosphat2,982,15
Calciumtriphosphat83,0784,39
Fluorcalcium3,884,05

Nach dem gegenwärtig üblichen von Nicolas und Pelletier herrührenden Verfahren werden die Knochen in weissgebranntem Zustande mit Schwefelsäure zersetzt:

a)Knochenasche Ca3(PO4)2gebenSaures Calciumphosphat CaH4(PO4)2
Schwefelsäure 2H2SO4[146]Calciumsulfat 2CaSO4

und das saure Calciumphosphat mit Kohle gemengt in geeigneten Gefässen erwärmt, wobei zunächst das saure Calciumphosphat unter Abgabe von Wasser in Calciummetaphosphat übergeht:

b)Ca(PO4)2 - 2H2O = Ca(PO3)2
H4
Saures
Calcium-
phosphat
Calcium-
metaphosphat;

hierauf wird bei weiterem Erhitzen bis zur Weissglut das Calciummetaphosphat in der Weise reducirt, dass ⅔ des Phosphors des Calciumphosphates erhalten werden, ⅓ aber im Rückstande verbleibt:

c)Calciummetaphosphat 3Ca(PO3)2 und Kohle 10CgebenCalciumtriphosphat Ca3(PO4)2
Kohlenoxyd 10CO
Phosphor 4P.

Dort, wo die Phosphorfabrikation als selbständiger Industriezweig auftritt, giebt man fast überall die leimgebende Substanz der Knochen (fast ⅓ des Knochengewichts betragend) verloren; wird dagegen die Gewinnung des Phosphors neben der Fabrikation von Knochenleim, Salmiak und Blutlaugensalz betrieben, so werden die (nicht gebrannten) Knochen nach ihrer Entfettung mittels Salzsäure ausgezogen, die zurückbleibende organische Knochensubstanz wird zur Fabrikation von Knochenleim (vergl. Seite [6]) verwendet, dagegen der in der Salzsäure gelöste phosphorsaure Kalk mit kohlensaurem Ammoniak gefällt und zur Phosphordarstellung verwendet. Die über dem Niederschlage stehende Flüssigkeit wird auf Salmiak verarbeitet.

Das gewöhnliche Verfahren der Phosphorfabrikation zerfällt in folgende vier Operationen: