Vergleichende Zusammenstellung der Leuchtkraft der hauptsächlichsten Leuchtmaterialien.
Nach den Versuchen von Frankland (1863) geben folgende Quantitäten der Leuchtmaterialien gleiche Leuchtkraft:
| Paraffinöl (d. i. Solaröl aus Bogheadkohle) | 4,53 | Liter | ||
| Amerikanisches | Petroleum | No. 1. | 5,70 | „ |
| „ | „ | No. 2. | 5,88 | „ |
| Paraffinkerzen | 8,42 | Kilogr. | ||
| Wallrathkerzen | 10,37 | „ | ||
| Wachskerzen | 11,95 | „ | ||
| Stearinkerzen | 12,50 | „ | ||
| Talgkerzen | 16,30 | „ | ||
Die Paraffin- und Solarölindustrie.
Allgemeines.
Das Paraffin, im Jahre 1830 von Karl Freiherrn v. Reichenbach (in Blansko in Mähren und gestorben zu Leipzig am 19. Januar 1869) unter den Produkten der trocknen Destillation des Holzes, zuerst namentlich im Buchenholztheer aufgefunden, hat seinen Namen von parum, wenig, und affinis, verwandt, um anzudeuten, dass es sich mit anderen Stoffen nicht verbindet; es wird weder durch Alkalien, noch durch Säuren, noch durch Glühhitze zersetzt. Später wurde gefunden, dass das Paraffin sich auch bei der trocknen Destillation von Torf, Braunkohle, Bogheadkohle etc. (nicht aber aus der eigentlichen Steinkohle) bildet. Es kommt aber natürlich und zwar in sehr grossen Mengen vor, so 1) in dem Steinöl oder Petroleum, welches mitunter 6–40 Proc. Paraffin enthält; 2) in den unter dem Namen Ozokerit, Neft-gil oder Erdwachs vorkommenden Substanzen, die gänzlich oder theilweise aus Paraffin bestehen; 3) in dem Bitumen (Erdpech, Erdtheer), welches in schieferigen Gesteinsmassen (bituminöser Schiefer) sich findet.
Fabrikation des Paraffins.
Die Methode der Darstellung des Paraffins ist verschieden, je nachdem dasselbe als Edukt oder Produkt auftritt. Als Edukt erscheint es bei der Verarbeitung des Petroleums, des Ozokerits und des Neft-gils, als Produkt dagegen bei der trocknen Destillation der Braunkohle, des Torfes, des Abraumes der Steinkohlenfelder (sogenannte Schale, coal shale), der Bogheadkohle etc.
Aus Petroleum.