Aus Dampftheer (aus Braunkohlen) erhielt Ramdohr (1869) im Durchschnitt:
| 22–24 | Proc. | Paraffin, davon | 15 | Proc. | bei | 56–58° | schmelzend, | |
| 7–9 | „ | „ | 38–47° | „ | ||||
| 36–38 | „ | Mineralöle. | ||||||
Bei vorsichtiger Behandlung soll der Dampftheer 28–30 Proc. Paraffin liefern können.
Die Angaben über die Ausbeute aus Cannelkohle und Bogheadkohle gehen weit auseinander. Aus 100 Th. Theer aus Blätterschiefer wurden erhalten:
| Mineralöl | Schmieröl | Paraffin | ||
| Englischer Blätterschiefer | 24,28 | 40,00 | 0,12 | |
| Blätterschiefer | von Romerickberge | 25,68 | 43,00 | 0,11 |
| „ | aus Westphalen | 27,50 | 13,67 | 1,11 |
| „ | von Oedingen am Rhein | 18,33 | 38,33 | 5,00 |
100 Th. galizisches Erdwachs geben nach Müller in Aussig (1867) 24 Proc. Paraffin und 40 Proc. Leuchtöl.
Eigenschaften des Paraffins.
Das Paraffin im gereinigten Zustande hat folgende Eigenschaften: Es ist eine weisse, wachsähnliche, geruch- und geschmacklose, im geringen Grade fettig anzufühlende Substanz von 0,877 specifischem Gewichte, härter als Talg, aber weicher als Wachs. Je nach seinem Ursprunge besitzt das Paraffin sehr abweichende Eigenschaften. Paraffin aus Bogheadkohle war einerseits nach dem Schmelzen sehr krystallinisch und schmolz bei 45,5°, andererseits körnig wie gebleichtes Wachs und von 52° Schmelzpunkte. Das Paraffin aus Rangoontheer schmolz bei 61°, das aus Torf bei 46,7°. Der Schmelzpunkt der aus sächsischer Braunkohle gewonnenen Paraffinsorten liegt bei Theer-Paraffin bei 56°, bei Oel-Paraffin bei 43°; der des Paraffins aus galizischem Erdwachs bei 60°, doch besitzt ein Theil davon einen niedrigen Schmelzpunkt, der zuweilen bis auf 45° herabsinkt. Das aus Ozokerit dargestellte natürliche Paraffin schmilzt erst bei 65,5. Die Zusammensetzung der verschiedenen Paraffinsorten ist folgende:
| Aus sächs. Braunkohle | Aus Ozokerit | Aus Bogheadkohle | Aus Torf | Aus Petroleum | |
| Kohlenstoff | 85,02 | 85,26 | 85,00 | 84,95–85,23 | 85,15 |
| Kohlenstoff | 14,98 | 14,74 | 15,36 | 15,05–15,16 | 15,29 |
Aus diesen Untersuchungen lässt sich der Schluss ziehen, dass nicht der gewöhnlichen Annahme zufolge alle Paraffinsorten Gemenge Kohlenwasserstoffe der Formel CnHn seien, sondern dass das Paraffin (gleichviel ob aus Braunkohle, Torf, Ozokerit oder Petroleum gewonnen) ein Gemisch ist von dem Sumpfgas homologen Kohlenwasserstoffen, von denen mehrere nicht weniger als C27 enthalten. Das Paraffin ist unlöslich im Wasser, löst sich dagegen in Alkohol, Aether, Terpentinöl, Olivenöl, Benzol, Chloroform, Schwefelkohlenstoff; 100 Th. siedenden Alkohols lösen nur 3 Th. Paraffin. Es siedet über 300° und destillirt unverändert über. Säuren und Alkalien greifen das Paraffin bei gewöhnlicher Temperatur nicht an, Chlor gleichfalls nicht; wirkt aber Chlorgas längere Zeit auf durch Erwärmen flüssiges gemachtes Paraffin ein, so bilden sich gechlorte Produkte unter Entwickelung von Salzsäure. Mit Wachs, Stearin- und Palmitinsäure, so wie mit Harz kann das Paraffin in allen Verhältnissen zusammengeschmolzen werden.