Das Blei.

(Pb = 207; spec. Gew. = 11,37.)

Blei. Vorkommen desselben.

Das Blei ist seit den ältesten Zeiten bekannt. In der Natur kommt es nur sehr selten gediegen, häufig aber an Schwefel gebunden als Bleiglanz (PbS) und als Bournonit (Spiessglanzbleierz) vor. Letzteres Bleierz besteht aus 41,77 Th. Blei, 12,76 Kupfer, 26,01 Antimon und 19,46 Schwefel (3Cu2S, Sb2S3 + 2[3PbS, Sb2S3]), und wird auf Blei und Kupfer verarbeitet. Ausserdem findet es sich noch als Weissbleierz (Cerussit, kohlensaures Bleioxyd, PbCO3), als Grünbleierz (Pyromorphit, phosphorsaures Bleioxyd, 3[P2O5, 3PbO] + PbCl2), als Mimetesit (arsensaures Bleioxyd, 3[As2O5, 3PbO] + PbCl2), als Vitriolbleierz (Anglesit, schwefelsaures Bleioxyd, PbSO4), als Gelbbleierz (molybdänsaures Bleioxyd, PbMoO4) und als Rothbleierz (Krokoit, chromsaures Bleioxyd, PbCrO4).

Gewinnung des Bleies durch Niederschlagsarbeit.

Fig. 25.

Man gewinnt das Blei gewöhnlich aus dem Bleiglanz. Derselbe (86,57 Blei und 13,43 Schwefel und stets etwas Silber enthaltend) ist von bleigrauer Farbe, vollkommenem Metallglanz, krystallisirt in Würfeln, ist spröde und hat ein spec. Gewicht von 7,75. Ausser zur Bleigewinnung, dient er auch feingemahlen (als Glasurerz oder Alquifoux) zum Glasiren des Töpferzeuges, zur Herstellung des Pattinson'schen Bleiweisses, auch wol als Streusand und zur Verzierung von Bijouteriearbeiten. Der Bleiglanz findet in neuerer Zeit auch zur Reindarstellung des Platins aus den Platinerzen Anwendung.

Die Gewinnung geschieht entweder durch Niederschlagsarbeit oder durch Röstarbeit.