Alle, alle kommen sie zu einem großen Mahl,
mit tausend bunten, wichtigen Meinungen:
Gute und Böse,
Zweifler und Fromme,
stolz und demütig,
wissend und einfältig,
vornehm und gering,
Ausschweifende, Diebe, Mörder –
Alle, alle kommen sie
mit fragenden sehnenden ängstlichen Augen,
denn sie glauben,
daß sie häßlich und sündhaft seien.
Aber wie sie kommen,
in breiten Scharen,
mit unzähligen dunklen Geheimnissen,
mit Gebresten,
Lastern, Schwächen, Einbildungen und Lächerlichkeiten –
ein einziges
unauslöschliches Gelächter ist es,
das sie empfängt,
das sie vermehren.
In diesem Gelächter aber
lebt der bitterste Grimm
und das fruchtbarste Mitleid ...
Nun röten sich Gesichter,
glätten sich Falten und Runzeln,
verschwinden Geschwüre,
ergänzen sich Glieder,
hellen sich trübe, blöde Augen,
runden sich magre Leiber
und verjüngen sich ungeschlachte.
Und alle sind nun eine einzige
selige junge Göttergemeinde.
Jetzt!
In mir!
O Wunder!
Dummes, fröhliches, freches Frühlingswunder!
Am Graben
Hier, zwischen Schaumkraut und Vergißmeinnicht wollen wir ruhen, im schönen, weichen Gras, am Graben, wo die Kätzchen schaukeln.
Sieh, zwischen den gelben Lilien, zwischen Kuhblumen und weißen Sternchen, im goldigen Gezitter unser Bild.
Da: deine Augen!