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Gegen Abend saß ich wieder auf der Bahn. Vor mir, in der Richtung, in welcher der Zug fuhr, lag bereits das Abendrot am Horizont hin über den Feldern.

Ich saß ganz allein im Coupé. Ich lehnte mich zurück, drückte mich in die Ecke und kniff die Lippen und Augen zusammen, um die Empfindungen im Zaum zu halten, die in mir umherrumorten.

Ich sah ein anderes Abendrot. Breit, qualmig von Kohlendunst, sich in den blaßblauen Himmel verlierend, und hohe blaugraue Häusermassen schieben und zacken sich breit hinein, und ich höre ein Rauschen und Brausen, rastlos lockend wie Meeresbrandung. Weiße elektrische Monde seh ich, breite Straßen mit der Pracht zahlloser Schauläden, wie aus Licht gewebt, rollende Wagen und alle die Menschen, diese sonderbaren, unruhigen, hastenden, hoffenden Menschen …

Noch eine Weile will ich mich hier draußen im Lande herumtreiben, wo die Welt so still und langsam geht.

Wie lange aber wird es dauern und ich muß wieder hin. Ich muß, und sollt ich ersticken in diesem rastlosen, unbarmherzig vorwärtstreibenden Strudel. Ich muß. – Die Sehnsucht wird mich treiben. Die Sehnsucht? Wonach?…

[pg 18]

Rendezvous

Ein wenig blasiert, ein wenig müde, kam ich hierher in dieses Nest.

Ein ganz gewöhnlicher Marktflecken, mehr Dorf als Stadt, einen Talkessel in die Höhe liegend, zwischen Gartengrün und Wald, bei einem See.