Abseits

Zwischen vier und fünf Uhr bummelte ich, meine Zigarre zwischen die Zähne geklemmt, fröstelnd in der Morgenkühle die Linden entlang. Eine Droschke rumpelte vorbei über den Fahrdamm. Ein paar Nachtschwärmer drückten sich mit vorgebeugten Schultern und hochgeklapptem Rockkragen an mir vorüber, und die elektrischen Monde warfen mir ihr weißes Glühlicht ins Gesicht.

Ich summte so vor mir hin. Eine schöne alte Melodie.

»Die Sonn erwacht;

Mit ihrer Pracht

Erfüllt sie die Berge, das Tal!

O Morgenluft!

O Waldesduft!

O güldener Sonnenstrahl!«

Und so weiter. Mit Grazie in infinitum. Quer durch den Tiergarten.

An der Potsdamer Brücke blieb ich stehen.

Die Laternen schoben eine Reihe goldener, strahlender Balken in den Kanal hinunter. Sie bauten einen blinkenden Märchenpalast in das träge, schwarze Wasser hinein. Goldene Lichtspäne schaukelten weit über die Wasserfläche an den dunklen Kähnen hin, und es wehte ein scharfer, kühler Wind.

Fern das dumpfe, rastlose Rauschen des Verkehrs. Immer in demselben gleichmäßigen Tonfall. Berlin kennt keinen Schlummer …

… Hm! Zum Beispiel! Die vielen Streiks jetzt! Und wenn nun hier das schöne, saubere Straßenpflaster aufgerissen würde und …

»O Morgenluft!

O Waldesduft!«