Doch mit solchen sonderbaren Einfällen hab’ ich’s ja nun mal. —
Aber dieses Blau ringsum! Dieses Blau, dieses wunderköstliche Blau!
Wer von meinen lieben Wirtsleuten, Herr Haberland oder Madame, ist nur auf diesen entzückenden Einfall geraten, mir meine Bude inzwischen in dieses wunderscheene Himmelblau zu kleiden?
Wirklich: je me trouve tout en bleu! —
Dieses nichtsnutzige Französeln! — Ich muß denn doch wohl in letzter Zeit zu viel Verlaine gelesen haben. —
Alles blau! — Diese himmlisch hellhimmelblaue Wandtünche! — Und an den Fenstern diese niedlichen Dingerchen von Vorhängen aus Kattun mit ihrem Kornblumenmuster und ihren sauber ausgeplätteten Falbeln. Dieser blaugestrichene Tisch mit der blaugemusterten Quastendecke. Hellblaugeblümt das Sofa dahinter und hellblaugeblümt die Polster der blauen Stühle. Blau die Thür mit ihrer sinnigen weißen Lilie, von der ich nun freilich nicht ganz genau weiß, ob sie nicht dennoch eine Tulpe sein soll. Blau der ehrwürdige Kleiderschrank. Blau auch das kleine Rollschreibepult, auf dem Meister Haberland während meiner Abwesenheit seine Cigarrenkisten aufzustapeln pflegt. Nur der Rundspiegel über dem Sofa mit der langen, seitwärts ragenden Pfauenfeder hat einen vergoldeten Rahmen und das große Öldruckbild der Sixtinischen Madonna, die in ihren prächtigsten Couleuren prangt.
Ein Pendant bietet meine Kammer. O dieses Himmelbett, in dem man versinkt bis über die Nasenspitze! Und dieses zartblaue Blumenmuster seiner Vorhänge!
Und der blaue Bauernkachelofen mit seinen Bronzemalereien, denen sicher irgendwelche Muster aus der Steinbeilzeit zu Grunde gelegen. —