Geht in Salem nimmer ein.
Als ich so über alles, was ich geschaut, in Gedanken versunken war, wandte ich mich um und gewahrte, daß mittlerweile auch Unwissend den Strom erreichte, wo er alsbald einen Fährmann antraf, der ihn in dem Nachen der eitlen Hoffnung ohne Mühe hinüberbrachte. Er stieg auch sogleich den Berg hinan zur Pforte; aber niemand geleitete ihn, niemand kam ihm mit dem Gruß des Friedens entgegen. Er las die Inschrift über der Pforte und, als müsse man ihm sogleich auftun, klopfte er ohne alle Besorgnis an. Es erschienen Männer auf der Zinne und fragten, woher er komme und was er begehre.
„Tut mir auf,“ sagte er, „denn ich habe vor dem König gegessen und getrunken, und auf den Gassen unsrer Stadt hat Er uns gelehrt.“
„Wo ist dein Zeugnis, daß wir es dem König überreichen?“
Er suchte in seinem Busen und fand keins.
„Hast du kein Zeugnis?“ fragten die Männer, und er verstummte. Als der König dies erfuhr, wollte Er nicht herabkommen, ihn zu sehen; jene beiden Engel aber, die Christ und Hoffnungsvoll geleitet hatten, erhielten Befehl, Unwissend an Händen und Füßen zu binden und hinauszustoßen (Matth. 22, 13). Sie hoben ihn auf und trugen ihn durch die Luft zu jener Tür am Fuß des Gebirges, die in den Abgrund führt, und warfen ihn da hinein.
Da sah ich denn, daß es sogar am Himmelstor noch einen Weg zur Hölle gibt, so gut als von der Stadt Verderben.
Nun erwachte ich und merkte, daß es ein Traum war.
Fußnoten:
[142] Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Wort; dann aber von Angesicht zu Angesicht (1. Kor. 13, 12).