Matthäus. Was können wir daraus lernen, wenn wir einen Hahn krähen hören?
Weisheit. Es soll uns erinnern an des Petrus Verleugnung und seine Reue. Der Hahnenschrei kündet auch den anbrechenden Tag an; so werde dadurch eingedenk des letzten schrecklichen Tages des Gerichts!
Nachdem die Pilger sich allhier einen Monat aufgehalten hatten, teilten sie ihren Gastgebern mit, daß es nun an der Zeit sei, bald wieder weiterzuziehen.
Da sprach Joseph zu seiner Mutter: „Vergiß nicht, jemand nach dem Hause des Herrn Auslegers zu senden und ihn zu bitten, daß er uns auf unserm übrigen Weg wieder Herrn Mutherz als Geleitsmann mitgebe.“
„Du liebes Kind,“ sagte sie, „das hätte ich beinahe vergessen.“
Also setzte sie eine Bittschrift auf und bat den Pförtner Wachsam, diese durch einen zuverlässigen Boten an ihren treuen Freund, Herrn Ausleger, zu übermitteln. Als dieser die Schrift empfangen und gelesen hatte, sprach er zu dem Boten: „Gehe hin und sage ihnen, daß ich ihn senden wolle.“
Wie nun die Zeit des Abschieds nahte, versammelten sich alle Glieder des Hauses, um ihrem König Dank zu sagen, daß Er ihnen so werte Gäste zugeschickt; und sie sprachen alsdann zu Christin: „Sollen wir dir, wie wir’s den Pilgern zu tun pflegen, nicht auch etwas zeigen, worüber du dann auf dem Wege nachdenken kannst?“
So führten sie Christin, ihre Knaben und Barmherzig in ein Gemach und zeigten ihnen eine Frucht. Und sie fragten Christin: „Weißt du, was das ist?“ Sie antwortete: „Ich weiß es nicht, entweder ist es Speise oder Gift.“ Nun wurde ihr gesagt, es sei eine von den Früchten, von denen Eva gegessen und wovon sie auch ihrem Mann gegeben, daß er aß, und um deswillen sie beide aus dem Paradies hatten weichen müssen (1. Mos. 3, 6 ff.). Da hob Christin erschreckt die Hände in die Höhe über dem Ernst der Sünde.
Von hier wurden sie an einen andern Ort gebracht, wo sie Jakobs Leiter (1. Mos. 28, 12) sehen durften, und siehe, Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Alsbald wollten sie weitergehen, um den Pilgern noch etwas andres zu zeigen, da sagte Jakob zu seiner Mutter: „Bitte, sage ihnen, daß sie hier doch ein wenig länger verweilen, denn dies ist gar merkwürdig anzusehen!“ Sie kehrten wieder um und blieben stehen und weideten ihre Augen an dem so lieblichen Bild.
Weiter kamen sie in einen Saal, wo ein goldener Anker hing. „Nimm ihn herunter,“ sprachen sie zu Christin, „ihr sollt ihn mit euch nehmen, denn er ist euch durchaus notwendig, daß ihr ihn haltet als einen festen Anker eurer Seelen, der auch hineingeht in das Inwendige des Vorhangs (Hebr. 6, 19), und damit ihr unbeweglich dasteht, wenn euch Sturm und Ungewitter überfallen[191].“ Mit großer Freude nahmen sie diese Gabe an.