Alsbald kam der Riese mit seiner Keule heran, Mutherz zog sein Schwert und ging ihm entgegen. Der Kampf begann, und der Riese schlug Mutherz mit dem ersten Streich nieder, daß er aufs Knie sank. Da schrien die Frauen und Kinder laut auf. Mutherz erhob sich indessen schnell wieder, griff den Riesen noch einmal tapfer an und verwundete ihn an seinem Arm. So stritten sie miteinander bei einer Stunde mit großer Heftigkeit, daß der Atem aus des Riesen Nasenlöchern hervorbrach wie der Dampf aus einem kochenden Kessel.
Darauf hielten sie einen Augenblick inne, Mutherz aber wandte sich zum Gebet. Auch die Frauen und Kinder taten, solange der Kampf währte, nichts andres als seufzen und schreien. Nachdem sie Atem geschöpft und sich ein wenig erholt hatten, fielen sie wieder aufeinander los, und diesmal streckte Mutherz den Riesen mit einem wuchtigen Schlag zu Boden.
„Halt!“ schrie dieser. „Laß mich doch noch einmal aufkommen!“ Mutherz, ein Ritter, wie er war, ließ ihn nochmals gewähren, und von neuem begann der Kampf. Es fehlte wenig, so hätte ihm jetzt der Riese mit seiner Keule den Schädel zerschmettert. Als Mutherz dies gewahrte, drang er mit der vollen Hitze seines Mutes auf den Gegner ein und traf ihn unter der fünften Rippe. Da fing der Riese an zu wanken und vermochte seine Keule nicht länger zu schwingen. Mutherz schlug ihn vollends nieder und hieb ihm den Kopf ab. Hierüber jauchzten die Frauen und Kinder vor Freuden, und Mutherz pries Gott für den Sieg, den Er ihm gegeben hatte.
Sie richteten nun miteinander eine Säule auf und hefteten des Riesen Haupt daran; darunter aber schrieben sie, so daß es alle Vorübergehenden lesen konnten:
Beschaue dir dies Bild und sprich: Gott sei gepriesen,
Der Seiner Pilgerschar so großes Heil erwiesen!
Der, dem dies Haupt einst war, gar manchen grausam trog,
Verletzte, brachte um, der hier vorüberzog,
Bis Führer Mutherz ihm, ein Pilgerfreund ohn’ Zagen,
Nach tapferm, heißem Strauß den Kopf vom Leib geschlagen.