„Wir müssen ihn aus dem Weg räumen!“ rief Herr Finsterling.
„Und sollte ich auch die ganze Welt zum Lohn haben,“ sagte Herr Unversöhnlich, „ich könnte mich nun und nimmer mit ihm aussöhnen. Darum laßt uns ohne weiteres auf seine Hinrichtung antragen!“
Wirklich wurde Getreu zum Tod verurteilt. Während man ihn nach seinem Gefängnis abführte, sannen die Herren nur darauf, wie man ihn auf die qualvollste Weise zu Tode bringen könne.
Der Verurteilte wurde nun hinausgeführt, um mit ihm nach ihrem Gesetz zu verfahren. Zuerst wurde er gegeißelt, darauf mit Fäusten geschlagen, mit Messern gestochen und gesteinigt. Der Leichnam wurde mit Schwertern zerhauen und auf dem Scheiterhaufen zu Asche verbrannt.
So starb Getreu den Märtyrertod.
Ich ward aber gewahr, daß über der Menschenmenge, die sich zu der Hinrichtung versammelt hatte, ein feuriger Wagen mit Rossen stand, der auf Getreu wartete; dieser nahm ihn, sobald seine Feinde die Hinrichtung vollzogen, auf und führte ihn unter Posaunenschall durch die Wolken zu der Pforte des Himmels.
Christ wurde in sein Gefängnis zurückgeführt, wo er noch eine Zeitlang ausharren mußte. Der Herr aber, der alle Dinge, auch die Wut der Feinde, nach dem Rat Seines Willens lenkt, schickte es so, daß Christ ihnen entkam und seines Weges weiterziehen konnte. Alsbald hob er an zu singen:
Wohl dir, du Kind der Treue,
Du hast und trägst davon
Voll Danks und ohne Reue