Dann schwamm er, ruhig, langsam und lautlos, fast andächtig; oder in voller Kraft auf ein Ziel los, daß das Wasser rauschte.

Er schwamm, und er wurde nie müde.

Er tauchte, und seine kleine Brust weitete sich mühelos.

Er schwamm und schwamm, wo und wann er konnte.—Es war ein heißer
Sommer, ein langer Sommer, ein arbeitsvoller Sommer.

Aber es war doch ein Sommer voll Freude.

Viel noch sollte Franz Felder in seinem Leben schwimmen. So sorglos, so unbekümmert vielleicht nie mehr.

Zweiter Teil

1

Auch dieser Sommer war vorbei, und wieder war es zu kalt geworden, um im Freien zu baden. Die offenen Sommeranstalten schlössen sich. Franz Felder hatte seine Stelle aufgeben müssen, da im Geschäft nicht mehr genug zu tun war, und suchte nun, nach einem gerührten Abschied von Cäsar, dem treuen Gefährten so vieler schöner, heller Sommertage, eine neue Stelle für den Winter. Einstweilen nahm er mit, was er kriegen konnte.

So oft er konnte, ging er nun wieder in das große Volksbad, dessen hohe, warme Halle sich das ganze Jahr über nur an den zweiten Feiertagen schloß und immerweniger besucht wurde, je kälter es draußen wurde.