Er war ein Narr gewesen.
Ein Narr, als er geglaubt, daß er die Welt erobern könne mit seinen Siegen. Ein Narr, als er wähnte, sie drehte sich forthin nur noch um ihn, nachdem er diese Siege errungen. Ein Narr, als er sich einbildete, er sei der allmächtige und unbezwingliche Sieger. Und der größte aller Narren, als er von diesem Tage eine unerhörte Wendung der Dinge erwartet.
Er kannte doch das Schwimmerleben und wußte, wie es in ihm zuging!— Wie im Leben des Tages, so auch dort überall gegenseitiger Neid und Haß! Hatte er ihn nicht in aller Blicken gelesen?—Nie würde man ihm diesen Sieg vergessen. Daß er gewagt, seine eigenen Wege zu gehen, war schon ein Vergehen gegen die Gewohnheit des Herkommens; daß er aber als einzelner Schwimmer den großen Preis an sich gerissen, der doch von Rechts wegen einem Klub gehören sollte, das war ein Verbrechen, das man ihm nie verzeihen würde.
Und wie hatte er auch nur eine Minute glauben können, daß sein alter Klub ihn wieder aufnehmen, ja zuerst zu ihm kommen und ihm gar noch die Ehrenmitgliedschaft antragen würden?—Gerade die 79er waren es doch, denen am wenigsten noch von allen Klubs an den Preisen lag—das wußte er doch am besten!—Er war von ihnen gegangen, und damit war alles zu Ende gewesen zwischen ihm und den Genossen seiner Jugend. Das war es gewesen, worunter er mehr gelitten, als er es sich jemals selbst zugestanden. An dem Schmerz, als er an ihnen vorbeiging und seine Blicke unerwidert geblieben waren, hatte er gefühlt, wieviel er in diesem letzten Jahre innerlich entbehrt. Er wußte es jetzt: nicht um die Ehre, nicht um die Preise, nicht um seinen Namen hatte er gekämpft, sondern um seinen alten Klub. Um seine alte Liebe, um die Wiederkehr jener glücklichen Stunden im Kreise der Freunde, um das trauliche und schöne Beisammensein mit ihnen in allen Stunden, um ihre Achtung und Freundschaft… Um alles, was seinem Leben jahrelang Wärme und Licht verliehen—um sein Leben hatte er gekämpft.
Dafür hatte er zu siegen gehofft.
Er hatte gesiegt.
Und er hatte verloren.
Sie würden ihn nicht wiedernehmen, auch wenn er selbst zu ihnen zurückkehren wollte; und wenn sie ihn aufnehmen würden, dann war alles anders geworden.—
Was nun aber?—
So ging es doch nicht weiter.