Er lachte plötzlich laut und bitter.

Sie sah erstaunt auf.

"Weshalb lachen Sie so?"

Alles in ihm schäumte auf.

"Dora Syk", rief er, und lachte wieder, wie eben, "Dora Syk—und zweite Klassenlehrerin in der Schule für höhere Töchter zu Abdera!— Nun, wenn das kein Witz ist, über den man lachen darf, dann weiß ich es nicht!"

Sie erblaßte erst, dann überzog ein tiefer Unmut ihre Stirn. Zum erstenmal mischte sich ein Klang von Schärfe in ihre Stimme.

"Sie verstehen meine Stellung völlig falsch, Grach." Sie sah ihn fest an. "Ich bin nicht nur hierhergekommen, um für einige Zeit in sicherer, äußerlich sicherer Situation leben zu können, sondern ich bin auch hierhergekommen, weil ich—ich wiederhole: für einige Zeit —der inneren Ruhe bedurfte. Und das ist genug Entschuldigung für meine Flucht, wenn sie überhaupt einer bedarf."

Aber Grach war so erregt, daß er nur halb vernahm, was sie sagte.

"Ach was," rief er ungestüm, "eine Frau wie Sie hat überhaupt keine
Entschuldigung! Die einzige, welche es gäbe, wäre die: daß Sie hier
Ihr Leben wirklich leben. Aber zwischen diesen Mumien und
Geldsäcken, in diesem stagnierenden Haufen müssen sie ja über kurz
oder lang ersticken!"

Ihre Antwort erfolgte sofort. Sie war erzürnt.