Es ist, als fürchteten sie sich davor, ein neues Wort zu gebrauchen, und sorgsam verbergen sie, kommt ihnen einmal, nicht ein neuer Gedanke, nein, nur eine eigene Anschauung über irgend Etwas, die verbrecherische Regung hinter der gewohnten Gewöhnlichkeit.
Er wußte, daß das Unglück ein großer Befreier ist. Und er dachte weiter, und seine Augen sahen den gegen die Ketten der Tage ringenden und in diesem Ringen blutenden Menschen vor sich, wie er schreien will, aber seine ungewohnten Lippen finden nur die alten, kleinen Worte für den neuen, großen Schmerz, und das Schreien des selbständigen Herzens—es klingt auf dem Mund nur wie das Stammeln der Unselbständigkeit und Gleichgültigkeit.
Konnte es so nicht hier sein?
Er strengte die Augen an, um hinter die Worte sehen zu können. Was lag da?—Ein zu Boden gestürztes, mit Füßen getretenes Weib?—Oder eine faule, unzufriedene Frau der Welt, die sich einfach langweilte?—
Fand er denn nicht ein Wort, ein einziges ungefügiges, in seiner
Hilflosigkeit rührendes, in seiner Einfachheit erschütterndes Wort?—
Er fand keines. Und dennoch folgte er den Rufen dieser platten und nichtssagenden Sprache.
Es gibt Menschen, von denen wir nie glauben können, daß sie unglücklich zu werden imstande sind.
So ging es ihm mit ihr.
Und dennoch kam er hierher.
Er tat es in letzter Linie seiner selbst wegen, um ganz sicher zu sein vor den Vorwürfen des eigenen Herzens.