»Tut nichts. Wunden, die man schlägt, muß man auch heilen.«
»Das kann man nicht immer.«
»Ha, jetzt hast du dich verraten! Lotte Wunsch, Lotte Wunsch!«
Sie hatte mit ihrer natürlichen Stimme gesprochen, hatte vergessen, ihre Stimme zu verstellen. Sie eilt davon. Er hinter ihr her. Sie rennt lachend im Übermut durch den Saal, drängt und stößt die Menschen auseinander, daß alles hinter ihr her schreit. Aufatmend bleibt sie endlich stehen. Da sieht sie an der Tür gegenüber eine dunkle schlanke Gestalt suchend in den Saal spähen. Sie eilt hinüber und fliegt dem schlanken Manne um den Hals.
»Da hast du mich, da bin ich.«
»Lotte, was bist du für ein tolles Kind. Und das nennst du Verstecken spielen? Du wolltest dich suchen lassen, und kaum, daß du mich siehst, fliegst du mir entgegen.«
»Ach du, wie kann ich denn!« Sie reißt sich die Maske vom Gesicht und sieht ihn mit ihren klaren, ernsten Augen an. »Als ich dich sah, da wollte ich eben bei dir sein, alles andere ist ja so gleichgültig.«
»Lotte, ich wußte nicht, daß du so ungestüm sein kannst.«
Er nimmt ihren Kopf zwischen seine Hände und sieht sie an. »Wie schön du heute aussiehst.«
Sie erglüht unter seinem Blick.