Zur Eisenbahnstation auf der Bahnhofstraße in ½ Stunde. Auf dem Marktplatz steht eine Orientierungstafel des Erzgebirgs-Vereins Komotau. Die im Jahre 1906 angebrachte Markierung des Kammweges führt am nordwestlichen Ende des Marktes bei Wohlfahrts Gastwirtschaft die Straße hinaus und es beginnt am letzten Haus (Nr. 184) eine breite Trift mit einseitiger Baumreihe.

Im Rückblick unterhalb der Stadt Sebastiansberg der Bahnhof Krima-Neudorf und die Komotauer Gegend, nach vorwärts Reischberg und Aschberg, während r. der Hirtstein und andere Höhenpunkte Sachsens sichtbar werden.

Hinter der in 20 Min. erreichten Brücke über den großen Assigbach wird der Weg schmäler, nähert sich dem bis an die Reitzenhainer Heerstraße sich erstreckenden Moorlager und steigt anfangs stärker an. Bei zwei Weggabelungen hält man sich l., ebenso auf der Ulmbach-Preßnitzer Straße, welche in etwa 1 Stunde erreicht wird. Diese Straße wendet sich von Pfosten schwarz 7, rot 2 ziemlich scharf westlich und erreicht an der Grenze des Revieres Ulmbach 9 und mit der Domäne Preßnitz (Revier Sonnenberg 43) die Landesgrenze, gekennzeichnet durch den Hauptstein VII K. Böhmen/K. Sachsen. Die Straße folgt auf eine längere Strecke der Landes- bezw. Reichsgrenze, welche auch noch zwei alte Grenzsteine mit böhmischer Königskrone und sächsischem Kurschwert bezeichnen, steigt wieder an und erreicht an der Grenze der Bezirkshauptmannschaften Komotau und Kaaden (10 km von Sebastiansberg) bei Pfosten Domäne Preßnitz (Revier Sonnenberg 44) die mit Stationssteinen versehene Waldstraße (4,984 km von dem später zu erwähnenden Nullpunkt nach Preßnitz zu). R. bietet sich zeitweise ein Ausblick nach Sachsen, nach dem Hirtstein, Zöblitz und in die Marienberger Gegend. Bei km 4,2 wendet sich die Landesgrenze von der Straße ab; bei km 3,7, wo die Straße einen scharfen Knick nach l. macht, trifft von r. ein Hauptflügel auf, welcher direkt auf den sächsischen Ort Satzung zuführt.

Die Waldstraße bietet bei km 2,0 einen Ausblick nach r. in das obere Preßnitztal, führt abwechselnd durch niederen und hohen Bestand, bis bei km 0,9 der Wald endet und sich eine freie Aussicht nach dem wenige hundert Meter entfernten Forsthaus und darüber nach Preßnitz, dann Reischberg, Kupferhübl, Spitzberg sowie Keilberg öffnet. Man gelangt an dem Forsthaus vorbei, hinab in das Tal der Preßnitz an das Mauthaus ( W ). Hier mündet die bisher verfolgte Ulmbacher Waldstraße (als Nullpunkt) ein in die von Preßnitz nach Christofhammer führende Kleinstraße. An dem Mauthaus steht für diese Straße der Kilometerstein 1,3. Von km 1,0 bis 0,4 zeigt sich im Rückblick das Massiv des hohen Haßberges (990 m ).

Nachdem man den Preßnitzbach überschritten hat, gelangt man (oberhalb der Straße vom Mauthaus) an das Waldschlößl ( W ), von wo aus die von Sorgenthal, Jöhstadt, Pleil kommende Hauptstraße ( km 1,486) als Kammweg (13,0 km ) zur Stadt Preßnitz hereinleitet.

Als Seitentouren lohnender Art können in Vorschlag kommen: Von Sebastiansberg über Ulmbach nach Satzung mit dem Hirtstein, eine hochinteressante Basalt-Quellkuppe. Von Sebastiansberg über Neudorf, Zollhaus, Hohentanne und Platz (kleinste Stadt Böhmens mit nur 401 Einwohner) zur Ruine Hassenstein 9 km,  = blau/weiß  markiert. Von Preßnitz auf dem Kammweg bis zum Mauthaus, dann die Straße links weiter nach Pleil und Sorgenthal, dicht an der Reichsgrenze. Es ist der Besuch von Jöhstadt, ja von Annaberg leicht zu ermöglichen, weil man mit der Eisenbahn über Weipert, das wohl auch eines Besuches wert ist, nach Schmiedeberg (Station oder Haltestelle) schnell zurückgelangen kann, um am Spitzberg vorbei wieder nach Preßnitz zu kommen, falls man es nicht vorziehen sollte bis Kupferberg zu fahren und hier wieder die Kammwanderung fortzusetzen.

Die Stadt Preßnitz (727 m, etwa 4000 E.) ist weitbekannt durch die von hier aus die Welt durchziehenden Musikkapellen, die sich seit 100 Jahren gebildet haben, nachdem der Bergbau im 18. Jahrhundert zum Erliegen gekommen war, Spitzen-Fabrikation und Handel mit Posamenten nur wenig Erlös abwarf. Am viereckigen und mit Anpflanzungen versehenen Marktplatz das herrschaftliche Amtshaus und gegenüber die 1906 installierte Bezirkshauptmannschaft. Gasthöfe: Hotel Roß, Herrenhaus.

Vom Marktplatz am Herrenhaus vorüber und zur Kaadner Straße hinaus gelangt man an die Friedhofskapelle (0 km ), wo links die Straße zum Bahnhof Preßnitz-Reischdorf abzweigt, während der Kammweg auf der Straße nach Dörnsdorf (Kupferberg) noch 0,8 km weiter läuft. Sofort nach Ueberschreitung der Hammerlebachbrücke zweigt der Kammweg zunächst als Fußsteig r. ab, setzt sich dann oberhalb Dörnsdorf als Fahrweg fort und führt bei den obersten Häusern von Köstelwald vorbei zu einem sehr schmalen Eisenbahn-Durchlaß, durch welchen man unter der Eisenbahn hinweg bald zu einer Kapelle und, am Fuße des Kupferhübels entlang, (18 km ) zur Stadt Kupferberg (841 m, 1101 E.) gelangt. Gasthöfe: Hotel Deutsches Haus, Sonne, Städtisches Rathaus; Wirtschaften: Touristenheim zur Krone, Stadtpark.

Es muß hier darauf hingewiesen werden, daß der Kammweg, wie vorstehend geschildert, über Preßnitz markiert wurde, daß man aber hierbei etwas weit vom eigentlichen Gebirgskamme abgewichen ist. Es geschah in der Hoffnung, daß man die Markierung über den Haßberg werde führen können, was zur Zeit noch nicht ermöglicht werden konnte. Vorläufig kann daher nur als Nebenroute des Kammweges die der Wasserscheide sich mehr nähernde Trasse gelten, welche als Kammweg vorzuziehen wäre. Es führt diese von Sebastiansberg zur südw. Ecke der Stadt hinaus durch das Sonnenberger Forstrevier nahe der Eisenbahn Krima–Preßnitz über den Basberger Hau, überschreitet die Eisenbahn nördlich vom Reischberg und leitet zu diesem 873 m hohen Berge, wo sich eine prächtige Rundsicht, besonders nach Böhmen zu, bis zum Karlsbader, Duppauer und Mittelgebirge erschließt. Ein Abstecher von hier über den Galgenberg nach der Stadt Sonnenberg mit ihrer weithin sichtbaren Kirche ist zu empfehlen. Die Kammwegmarkierung würde vom Reischberg bei Eisenbahnstation Preßnitz-Reischdorf südlich vorbei, über Pöllma-Höhe und nach Passierung der Eisenbahn auf hoher Überbrückung an Station Kupferberg vorbei nach Stadt Kupferberg zu führen sein.

Der Kupferhübel bei Kupferberg ist als ein besonders hervorragend schöner Aussichtspunkt im Erzgebirge bekannt und wird seit langem, auch von Sachsen aus, viel besucht, da er vom Bahnhofe und von der Stadt leicht und bald zu erreichen ist, auch schon lange ein Restaurationsgebäude neben der weithin sichtbaren kleinen Kapelle trägt und als Rundsicht alle diejenigen Ausblicke vereinigt, die auf den Zugangswegen zu diesem kahlen Berggipfel zu genießen waren. (Siehe: Berlet's Wegweiser durch das sächs.-böhm. Erzgebirge, Annaberg, R. Liesche.)