Decke mit Schnürlarbeit von Mizzi Ebers
(Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien, Prof. A. Böhm).
Decke mit Schnürlarbeit von Paula Roth
(Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien, Prof. A. Böhm).
Perlenstickerei auf Leinen von Minka Podhayska
(Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien, Prof. A. Böhm).
Perlenstickerei auf Tüll mit Applikation von Minka Podhayska
(Kunstschule für Frauen und Mädchen, Wien, Prof. A. Böhm).
Auch der Teppich ist auf diese anheimelnde einfach vornehme Gesamtwirkung gestimmt. Es ist aber durchaus nicht »stilwidrig«, in einem solchen Raum einen echten Perserteppich aufzubreiten. Überhaupt was ist Stil? Wenn irgend ein antikisierender in Holz geschnitzter Fries, bald auf Schränken und Betten aufgetragen und auseinandergezerrt und dann wieder auf Nachtkästchen schmal zusammengedrängt wird, so nennt man das im Möbelhändlerverstande »stilgerecht«. Wenn aber jemand in seiner Wohnung heterogene Dinge zusammenträgt, die ihrer Entstehung nach, räumlich und zeitlich, sehr getrennt sein mögen, aber durchaus echt sind, so ergibt sich vermöge dieser Echtheit eine gewisse Einheit und diese Einheit kann man füglich Stil, vielleicht den einzig wahren und naturgemäßen Stil nennen. Darum beleidigt es unser Empfinden nicht, wenn wir in der neuen Wohnungs-Ausstattung einen echten Perser und an den Wänden gar echte Gobelins vorfinden. Die orientalischen Teppiche haben schöne geometrische Muster und die liegen uns ästhetisch wahrhaft näher, als alle plumpen Pflanzenstilisierungen, die man in der wohlfeilen Teppichfabrikation antrifft. Überdies hat die Moderne auch passende Teppiche geschaffen, die in ruhigen Farben gehalten sind, eine strenge geometrische Zeichnung oder irgend eine phantasievolle Linienführung aufweisen und die Stimmung solcher Räume harmonisch abschließen, Teppiche von Kolo Moser, Josef Hoffmann, Josef Olbrich, Leopold Bauer, Peter Behrens, Max Benirschke u. v. a.