In der Beschreibung der Pfalz von Merian (1645) wird bei Erwähnung des Dorfes Ketsch erzählt:
»Pfaltzgraf Oth Heinrich, nachmals Churfürst, fuhr vmb das Jahr 1530 ins gelobte Land, nach Jerusalem. In seiner zurück Reyse kam er vber die Offenbahre See herauß, da jhme dann ein Schiff, nach Nordwegen zu, begegnete, darinn diß Geschrey gehört wurde:
»Weichet, weichet, der dick Enderlein von Ketsch kompt.«
»Der Pfaltzgraf vnd sein Cammermeister Mückenhäuser kennten den gottlosen Schuldtheiß allhie zu Ketsch vnnd auch den Orth wol; daher als sie heimbkamen, sie nach dem dicken Enderle, vnnd vmb die Zeit seines todts gefragt vnd vermerckt haben, daß es mit der Zeit vberein gestimmt, da sie das Geschrey auff dem Meer gehört hatten; wie Weyland ein Professor zu Heydelberg in seinen Schriften auffgezeichneten hinderlassen hat.«
Am Grenzwall
Ein Römer stand in finstrer Nacht
am deutschen Grenzwall Posten,
fern vom Kastell war seine Wacht,
das Antlitz gegen Osten …
Da regt sich feindlich 'was am Fluß,
da schleicht und hallt 'was leise …
Kein Paean von Horazius,
ganz wildfremd war die Weise:
»Ha' … hamm' … hammer dich emol, emol, emol
an dei'm verrissene' Kamisol,
du schlechter Kerl!«
An eine Jungfrau Chattenstamms
hatt' er sein Herz vertandelt
und war ihr oft im Lederwams
als Kaufmann zugewandelt.
Jetzt kam die Rache … eins, zwei, drei!
Jetzt war der Damm erklettert …
Jetzt kam's wie wilder Katzen Schrei
und Keulenschlag geschmettert:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.
Er zog sein Schwert, er blies sein Horn,
focht als geschulter Krieger,
fruchtlos war Mut und Römerzorn,
die Wilden blieben Sieger.
Sie banden ihn und trugen ihn
wie einen Sack von dannen;
als die Kohort' am Platz erschien,
scholls fern schon durch die Tannen:
»Ha' … hamm' … hammer dich ⁊c.