O jemine, und jetzt war es Nachmittag!

„Ihr müßt an das Brünnle gehen,“ riet Trinle; „wir helfen!“

Da entschlossen sich die Sternbübles zu dem schweren Werk, aber an den Brunnen brauchten sie nicht zu gehen. Alette nahm sie in die Rose mit hinein, und nach ein paar Minuten kamen sie mit blitzblank gewaschenen Händen wieder heraus, und die Handschuhprobe begann.

Das war ein schweres Werk!

Die Finger der Sternbübles, die so gelenkig für allerlei unnütze Dinge waren, schienen plötzlich steif gefroren zu sein, und die drei Mädels hatten ihre liebe Not, ehe die Handschuhe saßen. Aber schließlich gelang die Sache doch, und mit weit gespreizten Fingern standen Mathes und Peter da; die Handschuhe saßen wunderfein.

„Ich schenke sie euch für die Reise,“ sagte Alette.

„Ich schenke euch auch was,“ schrie Trinle, vom guten Beispiel der Freundin angesteckt. Sie stürzte in die Linde hinein und kam nach wenigen Minuten zurück, und doch meinten die Sternbuben, sie wäre ewiglange geblieben, so erwartungsvoll waren sie. Sie dachten schon, Trinle würde mit einem Reisekorb voll Geschenken ankommen, und sie waren herzlich enttäuscht, als Trinle bei ihrer Rückkehr nur zwei winzige Seidentüchlein in der Hand hielt.

„Das sind Tüchle für Mädles,“ schrieen sämtliche Buben verächtlich, selbst Kasperle, der doch erst ein rechter Dreikäsehoch war, schrie mit.

„Unsinn!“ Trinle faßte Peter geschwind beim obersten Jackenknopf und stopfte dem Buben — eins, zwei, drei — das eine Tüchlein, es war himmelblau, in die Brusttasche. „Herr Häferlein trägt auch immer da ein Tüchle,“ sagte sie, „und dann ist’s fein!“

Alle schauten auf Herrn Häferlein. Wirklich, dem guckte ein seidenes Zipfelchen aus der Brusttasche heraus, und da erklärte Mathes flugs: „Ich will auch ein Tüchle!“ Er bekam auch eins eingesteckt, das war zur Abwechslung rosenrot. Und wie die Buben nun mit den Handschuhen an den weitgespreizten Händen und den seidenen Zipfeln in den Brusttäschchen einherschritten, auf und ab, sehr würdevoll und feierlich, da sagten alle, fein sähen sie aus, arg fein! Aber freilich, fein müßten sie in der großen Stadt einhergehen, sonst machten sie Breitenwert und der Löwengasse Schande.