„Das ist ein Gespenst,“ flüsterte der Kammerdiener.
„Rissel, rassel,“ schnarchte Kasperle am Boden.
Noch einmal klagte der Kauz in der Esse wie ein kleines Kind, dann war alles still; der Kauz hatte hinausgefunden. Kasperle
schnarchte am Boden und der Herzog sagte seufzend: „Weckt ihn, er soll mir etwas vorkaspern!“
Ja, Kasperle wecken, wenn er tat, als schliefe er, war ein schweres Ding! Aber endlich bequemte sich Kasperle doch, riß seine Augen weit auf und fragte: „Was soll ich?“
„Hast du vergessen, daß du mich unterhalten willst, wenn ich verdrießlich bin?“ fragte der Herzog brummig.
„Nä!“ Kasperle grinste, und dann fing er an Purzelbäume zu schlagen. Eins, zwei, drei, klirrrr! ging der große Pfeilerspiegel in Scherben, weitherum spritzten die Glasstücke, und der Herzog rief erschrocken: „Aufhören, aufhören!“
Da saß das Kasperle schon mitten auf seinem Bett, steckte sich sein eigenes Bein in den Mund und schickte sich an, auf dem Herzog und dem Bett herumzukollern.
„Um Himmels willen, nehmt ihn weg, sperrt ihn ein! Aber nicht unten in die Kammer, irgendwo, wo er nicht ausreißen kann,“ rief der Herzog. „Ganz schlecht soll er es haben.“
Der Haushofmeister, der bald umfiel vor Müdigkeit, nahm das Kasperle, zerrte es mit sich fort, und draußen sagte er: „Kasperle, wenn du mir versprichst, ganz brav zu sein, kannst du auf meinem Sofa schlafen; sonst mußt du unten in eine dunkle Kammer gehen.“