für große Leute,“ sagte er. „Doch der Mann mag kommen, auch ein Puppenspiel kann lustig sein.“
So gab es am Nachmittag eine Vorstellung im Schloß. Der Kasperlemann aus dem Städtchen kam herauf, er stellte seine kleine Bühne auf, und dann streckte Kasperle seine große Nase heraus und — ja, was er sagen wollte, das hörten die Zuschauer gar nicht, alle riefen: „Der fremde Junge! Genau so sah er aus.“
Kasper ist’s! dachte auch Rosemarie erschrocken, und ganz jäh begann sie bitterlich zu weinen. Sie schluchzte so herzbrechend, daß der Kasperlemann seine Reden und der Herzog seinen Ärger vergaß. Der fragte milde nach Rosemaries Kummer, und da bekannte die Kleine alles, und sie war froh, es sagen zu können, zu sehr hatte das Geheimnis ihr Herz bedrückt.
„O Rosemarie,“ rief die Gräfin ganz erschrocken, „warum hast du geholfen und den schlimmen Jungen ausreißen lassen!“
„Mit Verlaub,“ redete da der Kasperlemann hinter seiner Bühne hervor, „das ist gar kein Junge, das ist ein Kasperle, ein lebendiges Kasperle.“
„Potzwetter noch einmal!“ Der Herzog sah den Kasperlemann ganz grimmig an und rief: „Was redet Er da für Unsinn? Ein lebendiges Kasperle, so etwas habe ich in meinem Leben noch nicht gehört!“
Der Kasperlemann aber kam geschwind näher und verbeugte sich immerzu ganz tief. Er stippte mit der
Nase beinahe auf dem Boden auf, bis der Herzog endlich rief: „Genug, genug, jetzt will ich wissen, was das mit dem Kasperle für eine Geschichte ist.“
Da erzählte der Puppenspieler vom Waldhaus und von Protzendorf und daß er Kasperle fangen wolle, und wenn er, wer weiß wie weit ziehen müßte.
War das eine sonderbare Geschichte! Der Herzog ließ sie sich dreimal erzählen, und dann mußte der Puppenspieler auch noch heilig versichern, alles sei bestimmt wahr. Ein Kasper also war der fremde Junge gewesen.