Mit mißmutigen Gesichtern kletterten die Fremden die Treppe empor, die zu dem Obergeschoß führte. Blitzblank waren die beiden Gastzimmer gescheuert, feiner, weißer Sand war auf den Boden gestreut, und der Duft von Rosen und Nelken erfüllte die Luft. Wie sauber und nett das alles war, sahen aber die fremden Damen gar nicht. Eine von ihnen stolperte nämlich gleich beim Eintritt über den Eimer, den Heine Peterle an der Türe hatte stehen lassen. „Au, mein Knie!“ rief die Dame empört und sah sich zornig um.

„Der vertrackte Bube!“ murmelte die Bäuerin und trug den Eimer dahin, wo er hin gehörte.

„Pfui, was ist das für ein schmutziger Bengel im Bett!“ rief da die eine Dame entsetzt. Sie hatte Heine Peterle erblickt, der rot und heiß im Bett lag und schlief, als sei es gerade Mitternacht.

„Heine Peterle!“ schrie seine Mutter zornig.

„Nein, so ein Schlingel!“ quiekte die Magd.

„Hinaus mit ihm!“ riefen die Damen empört. „Das ist ja ein abscheulicher Junge!“

Von diesem Geschrei erwachte der Heine Peterle, und er, der sonst immer so verschlafen war, daß seine Mutter am Morgen ihn rütteln und schütteln mußte, ehe er aufstand, war auf einmal putzmunter. Hops! war er aus dem Bett und zur Stube hinaus, noch ehe ihn jemand fassen konnte. Er hörte aber noch ganz deutlich, wie die Damen sagten: „Der Junge müßte tüchtige Haue haben!“

Heine Peterle verkroch sich im Garten in einer kleinen Jelängerjelieberlaube; er hielt es für ratsam, seiner Mutter vorläufig nicht in den Weg zu kommen. Als er später zum Abendessen erschien, bekam er aber doch noch seine Schelte und die Ermahnung, recht höflich und freundlich zu den Fremden zu sein.

Das versprach er auch, und am nächsten Morgen mußte er so viel daran denken, was er den beiden Damen wohl zur Freude tun könnte, daß er darüber gar nicht hörte, was der Herr Lehrer ihn fragte. Das Ende vom Liede war, daß er eine Strafarbeit erhielt und sehr kleinlaut und niedergeschlagen nach Hause kam.

Die fremden Gäste waren am Morgen spazieren gegangen, und die Dorfleute hatten ihnen kopfschüttelnd nachgesehen. Nein, so etwas! Wie die Stadtleute aber wunderlich waren! Vor einer Kuh nahmen sie alle Reißaus, und wenn eine Pfütze auf der Dorfstraße war, taten sie, als müßten sie einen breiten Fluß überschreiten. Nur der eine der Herren lachte über alles und sah sich mit hellen Augen um.