„Ihr seid selbst welche,“ brummte endlich der Schulze, „wenn ihr nicht bald sagt, was geschehen ist!“

Das half. Auf einmal konnten beide reden. Wie Kreisel gingen die Mäulchen. Die Buben sperrten Mund und Augen auf: reden konnten sie doch auch, aber so geschwind nicht. Ja, und was hatten die Mädel alles erlebt!

„Na, da hört aber doch alles auf!“ rief der Schulze. „Ihr verflixten Mädel hättet ja beinahe die Niederheudorfer Gänse hergetrieben!“

„Die – Niederheudorfer Gänse?“ schrien Trudel und Mariele verblüfft.

„Na freilich, unsere sind ja schon längst zurück! Die waren klüger als ihr; sie sind einfach heimgelaufen. Sicher wart ihr in Niederheudorf, denn das Fischerhäuschen ist nicht weit vom Dorf entfernt. Ihr seid immer weiter gelaufen, statt einmal nach unserem Dorfe zu. Na so dumm!“

„Uh je,“ schrien die Buben, „die Gänse sind klüger als die Mädel!“ Krach! donnerte es da so heftig los, daß Männer, Frauen, Gänse, Kinder, und was sonst noch auf der Dorfstraße war und Beine zum Davonrennen hatte, ausriß. Die Kinder gingen in die Stube und die Gänse in den Stall, und somit war die Geschichte zu Ende.

Nur der Waldhüter stand einige Augenblicke allein auf der Dorfstraße, aber die Krämerin rief ihn ins Haus herein.

Er kam und war so freundlich, wie Trude es nie von ihm gedacht hätte. Sie sagte es nachher den andern Kindern, und seitdem heißt es im Dorf: „Wenn Leberecht Sperling nicht so brummig wäre, dann wäre er ganz nett.“

Als die Niederheudorfer die Gänsegeschichte erfuhren, da lachten sie, daß das Dorf wackelte. In der ganzen Gegend aber heißt es jetzt: „Die Gänse von Oberheudorf sind klug, aber –“, doch was die Leute weiter sagen, soll nicht aufgeschrieben werden, die Mädel könnten sich sonst ärgern.