Dann wandte er sich an den Postmeister:
„Sie lassen jenen Tarantaß wieder abschirren, rief er und bekräftigte seinen Befehl durch eine drohende Geberde; die Pferde werden sofort vor meine Berline gespannt.“
In seiner Verlegenheit wußte der Postmeister jetzt nicht, wem er gehorchen sollte, und sah Michael Strogoff an, dessen Sache es doch war, den unberechtigten Anforderungen des Fremden entgegenzutreten.
Michael Strogoff zauderte einen Augenblick. Er wollte sich der Hilfe seines Podaroshna, der die Aufmerksamkeit Aller auf ihn lenken mußte, nicht bedienen, er wollte aber ebenso wenig durch Ueberlassung der Pferde seine Reise verzögern, und außerdem lag es ihm am Herzen, keinen zwecklosen Streit [pg 1-166] zu provociren, der die Ausführung seiner Mission hätte in Frage stellen können.
Die beiden Journalisten hielten die Blicke auf ihn gerichtet, offenbar bereit ihm beizustehen, wenn er ihre Unterstützung anrufen sollte.
„Meine Pferde werden an meinem Wagen bleiben“, sagte Michael Strogoff, aber ohne den Ton dabei mehr zu erheben, als es für einen einfachen sibirischen Kaufmann passend erschien.
Der Fremdling schritt auf Michael Strogoff zu und sprach, indem er seine Hand derb auf dessen Schulter fallen ließ: „Also so steht es! Du weigerst Dich, mir Deine Pferde abzutreten?
— Gewiß, antwortete Michael Strogoff.
— Nun gut, so werden sie dem gehören, der nachher noch im Stande ist weiter zu reisen! Vertheidige Dich – ich schone Dich nicht!“
Bei diesen Worten riß der Fremde hastig seinen Pallasch aus der Scheide und legte sich zum Fechten aus.