„Herr Jolivet, begann er, glauben Sie, daß unsere letzten Depeschen noch über die russische Grenze befördert worden sind?

— Wie kommen Sie darauf? antwortete Alcide Jolivet. Um die jetzige Stunde wird meine glückselige Cousine schon wissen, was von dem Treffen bei Kolyvan zu halten ist.

— Wie viele Exemplare dieser Depeschen druckt Ihre Cousine? forschte Harry Blount, der diese Frage zum ersten Male unumwunden an seinen Collegen richtete.

— Sehr gut! erwiderte lachend Alcide Jolivet. Meine Cousine ist eine ungemein discrete Person, die nicht gern von sich reden hört und unglücklich sein würde, wenn sie Ihnen den so nothwendigen Schlummer störte.

— Ich mag nicht schlafen, versetzte der Engländer. — Was urtheilt Ihre Cousine wohl über die Sachlage?

— Nun, daß es mit den Russen augenblicklich nicht am besten steht. Doch, was da! die moskowitische Regierung ist mächtig, sie braucht sich wegen eines Barbareneinfalls nicht ernstlich zu beunruhigen, und Sibirien wird und kann ihr nicht verloren gehen.

— Ueberhebung hat schon die größten Reiche gestürzt! antwortete Harry Blount, der von einer gewissen „englischen“ Eifersüchtelei wegen der russischen Prätensionen in Centralasien nicht ganz frei war.

— O bitte, nur keine Politik treiben, rief Alcide Jolivet. Das ist von der Facultät untersagt! Für Schulterwunden giebt es gar nichts Gefährlicheres! … Sie müßten denn dadurch einschlummern wollen!

— So sprechen wir davon, was uns zu thun übrig bleibt, lenkte Harry Blount ein. Ich, Herr Jolivet, verspüre nicht die mindeste Lust, hier unbedingt Gefangener der Tartaren zu bleiben.

— Ich bei Gott auch nicht!