— Takhsir[4], erwiderte Iwan Ogareff, so höre, was ich zu sagen habe.“
Iwan Ogareff sprach tartarisch und drückte sich mit dem emphatischen Schwunge aus, der die Sprache der Orientalen auszeichnet.
„Takhsir, die Zeit ist unnützen Worten nicht hold! Du weißt, was ich an der Spitze Deiner Truppen gethan habe. Die Linien des Ichim und Irtysch sind in unserer Macht und die Turkomanenreiter können ihre Pferde in dem nun tartarisch gewordenen Strome tränken. Die Kirghisenhorden erheben sich auf den Ruf Feofar-Khan’s, und Dein ist die Hauptstraße Sibiriens vom Ichim bis nach Tomsk. Du kannst von hier aus Deine Heersäulen ebenso wohl nach dem Osten entsenden, wo die Sonne aufgeht, als hinaus nach dem Westen, wo sie sich niederlegt.
— Und wenn ich mit der Sonne marschire? fragte der Emir, ohne daß ein Zug des Gesichts die Gedanken seines Innern verrieth.
— Wenn Du mit der Sonne gehst, antwortete Iwan Ogareff, so wirst Du nach Europa zu gelangen und in schnellem Siegeslaufe die sibirischen Provinzen von Tobolsk bis nach den Bergen des Ural gewinnen.
— Und wenn ich der Fackel des Himmels entgegen ziehe?
— So wirst Du mit Irkutsk die reichen Gebiete des mittleren Asiens der tartarischen Herrschaft unterwerfen.
— Doch die Armeen des Sultans von Petersburg? fragte Feofar-Khan, der mit diesem sonderbaren Titel den Kaiser von Rußland bezeichnete.
— Von ihnen hast Du nichts zu fürchten, weder nach Sonnenaufgang, noch nach Sonnenuntergang zu, entgegnete Iwan Ogareff. Unser Einfall erfolgte zu plötzlich, und bevor die russische Armee im Stande ist, ihnen Hilfe zu leisten, werden Irkutsk oder Tobolsk in Deine Hände gefallen sein. Die Truppen des Czaaren sind bei Kolyvan aufgerieben worden, wie es überall geschehen wird, wo die Deinen gegen jene verächtlichen Heerhaufen des Occidentes streiten werden.
— Und welchen Rath giebt Dir Deine Ergebenheit für die Sache der Tartaren ein? fragte der Emir nach einer kurzen Pause.