Man ließ nun Harry Blount und Alcide Jolivet vortreten.

Seit der Ankunft Iwan Ogareff’s im Lager hatten sie schon verlangt, vor ihn gebracht zu werden. Die Soldaten schlugen ihren Wunsch einfach ab. Daraus entspann sich ein Streit, der mit einem Fluchtversuche und einigen Gewehrschüssen endigte, denen die Journalisten noch ohne Verwundung entgingen; immerhin hätten sie ohne das Dazwischentreten des Stellvertreters des Emirs ihren Widerstand gewiß bald mit dem Leben zu büßen gehabt.

Letzterer examinirte die ihm vollständig unbekannten Gefangenen einige Augenblicke. Dieselben hatten zwar dem Auftritt im Relais zu Ichim beigewohnt, als Michael Strogoff von Iwan Ogareff geschlagen wurde. Der brutale Reisende von damals hatte indeß den mit anwesenden Personen keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt.

Harry Blount und Alcide Jolivet dagegen erkannten Jenen vollkommen wieder und Letzterer sagte halblaut:

„Sieh da! Es scheint, der Oberst Ogareff und der grobe Reisende von Ichim sind ein und dieselbe Person!“

Dann raunte er seinem Begleiter noch ins Ohr:

„Setzen Sie ihm unsere Angelegenheit auseinander, [pg 2-26] Blount, Sie erweisen mir einen großen Gefallen. Dieser russische Oberst in einem Tartarenlager mißfällt mir gar zu sehr, und wenn mein Kopf auch nur Dank seiner Vermittelung noch auf seinen Schultern sitzt, so würden sich meine Augen doch eher verächtlich von ihm abwenden, als ihm in’s Angesicht zu sehen.“

In Alcide Jolivet’s Zügen malte sich die vollständigste und hochmüthigste Gleichgiltigkeit.

Empfand es Iwan Ogareff, daß diese Haltung des Gefangenen etwas Beleidigendes für ihn hatte? Jedenfalls ließ er nichts davon bemerken.

„Wer sind Sie, meine Herren? fragte er rasch mit zwar sehr kaltem, aber minder als gewöhnlich rauhem Tone.