— Als Gefangener!

— O, rief Iwan Ogareff, so werde ich wissen …

— Du wirst Nichts wissen, Iwan, fiel ihm die Zigeunerin in’s Wort, denn Du kennst ihn ja nicht.

— Aber Du kennst ihn, Du! Du hast ihn gesehen, Sangarre!

— Nein, noch sah ich ihn nicht, aber seine Mutter verrieth sich durch eine Bewegung, die mir Alles erklärte.

— Täuschest Du Dich nicht?

— Ich täusche mich nicht.

— Du weißt, welches Gewicht ich auf die Einbringung dieses Couriers lege, sagte Iwan Ogareff. Wird das ihm in Moskau jedenfalls übergebene Cabinetsschreiben dem Großfürsten ausgehändigt, so wird dieser auf seiner Hut sein und ich werde mich ihm nicht zu nähern vermögen. Jenen Brief muß ich also um jeden Preis erlangen. Nun kommst Du mit der Meldung, der Ueberbringer jener kaiserlichen Botschaft befinde sich schon in meiner Gewalt. Ich frage Dich also noch einmal, Sangarre, täuschte Dich Deine Beobachtung nicht?“

Iwan Ogareff hatte sehr lebhaft gesprochen. Seine Erregung bewies, welchen Werth er auf den Besitz jenes Briefes legte. Sangarre wurde von der bestimmten Wiederholung jener Frage keineswegs betroffen oder wankend in ihrer Ueberzeugung.

„Ich täusche mich nicht, Iwan, antwortete sie mit Nachdruck.