— Nicht um Alles in der Welt, erwiderte Harry Blount.

— Ihre Leser des Daily-Telegraph werden nicht so sehr darauf erpicht sein, die Einzelheiten einer Gerichtsvollstreckung nach Sitte der Tartaren kennen zu lernen.

— Nicht mehr als Ihre Cousine.

— Armer Kerl! fügte Alcide Jolivet hinzu mit einem Blicke auf Michael Strogoff. Dieser wackere Soldat hätte einen besseren Tod auf dem Felde der Ehre verdient!

— Können wir etwas zu seiner Rettung thun? sagte Harry Blount.

— Nein, leider gar nichts.“

Die beiden Journalisten erinnerten sich des uneigennützigen Entgegenkommens Michael Strogoff’s, sie wußten nun, welche Prüfung er, ein Sklave seiner Pflicht, hatte über sich ergehen lassen, und nichts konnten sie für den Gefangenen in der grausamen Hand der Tartaren, gar nichts für ihn thun!

Da sie keineswegs begierig waren, der Vollstreckung [pg 2-77] des Urtheils an dem Unglücklichen beizuwohnen, so kehrten sie nach der Stadt zurück.

Eine Stunde später trabten sie schon auf der Straße nach Irkutsk, um unter dem russischen Heere „den Revanchekrieg“, wie Alcide Jolivet schon zu sagen beliebte, weiter zu verfolgen.

Inzwischen stand Michael Strogoff aufrecht da, mit einem Blicke voll männlichen Stolzes auf den Emir, voll Verachtung gegen Iwan Ogareff. Er erwartete sterben zu müssen, und doch hätte man vergeblich ein Zeichen der Schwäche an ihm zu entdecken gesucht.