„Meine Mutter! rief er, Dir, ja Dir sollen meine letzten Blicke noch gelten, nicht jenem Schurken dort!

— O bleibe vor mir stehen! Laß mich Dein geliebtes Angesicht noch sehen! Mögen sich meine Augen mit diesem letzten Bilde schließen!…“

Die alte Sibirerin schritt ohne ein Wort auf ihn zu.

„Fort mit diesem Weibe!“ befahl Iwan Ogareff.

Zwei Soldaten suchten Marfa Strogoff fortzureißen. Sie wich zurück, blieb aber wenige Schritte vor ihrem Sohne stehen.

Der Henker erschien. Jetzt trug er wieder den [pg 2-79] bloßen Säbel in der Hand, aber dieser leuchtete in heller Weißgluth, wie er ihn aus dem Becken mit wohlriechenden Kohlen gezogen hatte.

Michael Strogoff sollte nach der gewöhnlichen Sitte der Tartaren geblendet werden, indem man eine weißglühende Klinge dicht vor seinen Augen vorbeiführte.

Michael Strogoff leistete keinen Widerstand. Für seinen Blick war nichts vorhanden, als seine Mutter, die er mit den Augen zu verzehren suchte! All’ sein Leben drängte sich in diesem letzten Liebesblick zusammen!

Mit weit geöffneten Augen, die Arme nach ihm ausbreitend, sah Marfa Strogoff ihn an …

Die glühende Klinge streifte die Augen Michael Strogoff’s.