Die Kibitka hielt an.

„Wo sind wir, Schwester? fragte Michael Strogoff.

— Eine halbe Werst von den ersten Häusern der Stadt, belehrte ihn Nadia.

— Ist die ganze Stadt eingeschlafen? fuhr Michael Strogoff fort. Kein Laut dringt zu meinen Ohren.

— Und ich sehe auch kein Licht erglänzen, keinen Rauch in die Luft emporsteigen, fügte Nadia hinzu.

— Eine eigenthümliche Stadt! sagte Nicolaus. Hier macht man keinen Lärmen und legt sich sehr zeitig nieder!“

In Michael Strogoff stieg eine böse Ahnung auf. Er hatte Nadia noch nicht mitgetheilt, welche Hoffnung er auf Krasnojarsk setzte, wo er die Mittel zur sicheren Fortsetzung ihrer Reise zu erlangen glaubte. Jetzt fürchtete er, seine Hoffnung werde noch einmal getäuscht werden. Aber Nadia hatte seine Gedanken errathen, obgleich sie nicht begriff, warum ihr Gefährte jetzt, nach Verlust des kaiserlichen Handschreibens, so sehr eilte, nach Irkutsk zu kommen. Eines Tages hatte sie mit Bezug hierauf auch einige Worte fallen lassen.

„Ich habe geschworen, nach Irkutsk zu gehen!“ Darauf beschränkte sich seine ganze Antwort.

Um jedoch den Zweck seiner Sendung zu erfüllen, mußte er in Krasnojarsk noch ein schnelles Beförderungsmittel finden.

„Nun, Freund, wandte er sich an Nicolaus, weshalb fahren wir nicht weiter?