Der ganze Feldzug verlief übrigens höchst unglücklich für den Emir und seine Verbündeten. Dieser ebenso nutzlose Einfall, wie alle anderen gegen den russischen Koloß gerichteten Angriffe, sollte ihnen sehr verderblich werden. Bald sahen sie sich von den kaiserlichen Truppen abgeschnitten, welche in rascher Folge alle eroberten Städte wieder in ihre Gewalt brachten. Dazu trat der Winter mit ungewöhnlicher Strenge auf, so daß von den durch die Kälte decimirten Horden nur ein schwacher Bruchtheil die Steppen der Tartarei wieder erreichte.
Die Straße von Irkutsk nach dem Uralgebirge war wieder frei. Den Großfürsten drängte es, nach Moskau zurückzukehren, doch er verschob seine Abreise, um einer rührenden Ceremonie beizuwohnen, die sich wenige Tage nach dem Einzuge der russischen Truppen vollzog.
Michael Strogoff befand sich an Nadia’s Seite und sagte zu ihr in Gegenwart ihres Vaters:
„Nadia, noch immer meine Schwester, hast Du bei Deiner Abreise von Riga nach Irkutsk einen andern Kummer zurückgelassen, als die Trauer um Deine Mutter?
— Nein, antwortete Nadia, gar keinen andern.
— Kein Stückchen Deines Herzens ist dort zurück geblieben?
— Keines, Bruder.
— Dann, Nadia, glaube ich nicht anders, als daß es Gottes Absicht war, uns nicht nur zur vereinten Ueberwindung so schwerer Prüfungen, sondern wohl für immer zusammen zu führen.“
Mit beseligter Freude sank Nadia in Michael Strogoff’s Arme.
Dann wendete sich dieser zu Wassili Fedor.