»Das geschieht ganz allgemein, liebe Frau, fuhr er mit honigsüßer Stimme fort. Wir haben in den Pachthöfen von Donegal schon mehrere hundert Kinder versichert, und wenn auch nichts über den Tod eines zarten Wesens, das man herzinnig geliebt hat, eigentlich zu trösten vermag, so ist es doch mindestens... eine... eine Art Ersatz, ich gesteh' es zu, ein sehr minderwertiger, einige Guineen in gutem englischen Golde zu erheben, die meine Gesellschaft dann darzubieten so glücklich ist....«
Die Hard faßte die Hand des Agenten.
»Und die erhält man... ohne Schwierigkeiten? fragte sie mit heiserer Stimme und sich scheu rings umsehend.
– Ganz ohne Schwierigkeiten, gute Frau. Sobald ein Arzt das Ableben eines Kindes beglaubigt hat, braucht man nur zu dem Vertreter der Gesellschaft in Donegal zu gehen.«
Dabei zog er ein Papier aus der Tasche.
»Hier habe ich bereits ausgefüllte Policen, sagte er, und wenn Sie sich entschließen, diese zu unterschreiben, so werden Sie der Zukunft weniger besorgt entgegensehen. Ich bemerke Ihnen noch, daß Sie, wenn eines der Kinder sterben sollte, was ja ach! gar zu häufig vorkommt, die Versicherungssumme ja zum besten der andern verwenden können. Das Armenhaus zahlt wirklich allzuwenig....
– Und das würde mir kosten?... erkundigte sich die Hard.
– Den Monat drei Pence für jedes Kind, also neun Pence....
– Sie würden auch das kleinere Mädchen versichern?...
– Natürlich, beste Frau, obgleich sie mir sehr krank erschien. Wenn Ihr Bemühen sie nicht rettet, so sind das zwei Pfund – verstehen Sie recht! – zwei Pfund Sterling für Sie. Bedenken Sie auch, daß das was unsre Gesellschaft thut, nur zum besten der lieben Babys geschieht... wir haben ein Interesse daran, daß sie leben bleiben, denn ihre Existenz geht uns ja an. Wir sind trostlos, wenn eines oder das andre mit Tode abgeht!«