Ohne Zögern stürmte Findling auf die Mauerlücke zu und versuchte hier einzudringen.

In demselben Augenblicke aber entwich ein großes Thier daraus und warf entfliehend den Knaben zur Erde.

Es war das ein Wolf... einer der starken Wölfe mit spitziger Schnauze, die in langen Wintern haufenweise in Irland umherschweifen.

Nachdem dieser die Wand durchbrochen hatte und in das Zimmer gelangt war, hatte er Jennys Wiege gepackt, deren Aufhängestricke dabei rissen, und entfloh jetzt, indem er diese auf dem Schnee mit fortschleppte.

Das kleine Mädchen weinte jämmerlich.

Sein Messer fassend, stürmte Findling, während er laut um Hilfe rief, dem gefährlichen Räuber nach. Daran, daß der Wolf sich auf ihn stürzen, daß er dabei das Leben aufs Spiel setzen konnte, dachte er mit keiner Silbe. Er sah nur das Kind, wie es von dem mächtigen Thiere entführt wurde.

Der Wolf entfloh mit großen Sprüngen, da ihn die leichte Wiege mit dem Kinde das Fortkommen nicht besonders erschwerte. Findling mußte wohl hundert Schritte weit laufen, ehe er ihn einholte.

Der Wolf hielt an, ließ die Wiege los und wendete sich gegen seinen Verfolger.

Dieser erwartete ihn festen Fußes und ausgestreckten Armes, und als das Thier ihm an den Hals springen wollte, bohrte er ihm das Messer tief in die Seite. Trotzdem biß ihn der Wolf noch so heftig in den Arm, daß er halb bewußtlos vor Schmerz im Schnee zusammenbrach.

Zum Glück ließ sich, ehe ihm die Sinne völlig schwanden, ein lautes Bellen vernehmen.