»Er entwickelt sich alle Tage besser. Hast Du das nicht beobachtet? Welch' empfindsame Natur! O seine Liebe wird mir lohnen, was ich für ihn that!... Und dann... wie frühreif! Alles will er wissen. Ich finde sogar, er ist überlegter, als er es bei seiner Jugend sein sollte... und er hat sich für meinen Sohn halten können! Der arme Kleine! Ich dürfte doch seiner Mutter schwerlich ähnlich sein!... Das war gewiß eine sinnende, ernste Frau. Sprich doch, Elisa, wir werden ja einmal daran denken müssen....
– Woran denn?
– Was aus ihm werden soll.
– Aus ihm werden?... Jetzt schon?...
– Nein, jetzt noch nicht, meine Liebe; jetzt mag er noch wie eine Blume freudig aufwachsen... Nein, später... später, wenn er sieben bis acht Jahre zählt. Ist das nicht das Alter, mit dem die Kinder gewöhnlich in eine Pension kommen?«
Elisa wollte ihr schon entgegenhalten, daß der Junge doch an die Lebensweise in einer Pension schon gewöhnt sein müsse – sie hatte ja Recht, freilich nur in Bezug auf die Lebensweise in der Lumpenschule – und ihrer Meinung nach wäre es am besten, wenn er baldigst wieder einer, natürlich besseren Anstalt übergeben würde. Miß Anna Walston ließ sie darüber gar nicht zu Worte kommen.
»Sag' einmal Elisa...?
– Was denn, Miß Anna?
– Glaubst Du, daß unser Cherub Lust zum Theater haben könnte?
– Er?...