– Keinen?... Und mich, Grip?«
Diese Worte kamen von einem jungen Mädchen, die freudestrahlend auf den ersten Heizer des »Vulcan« zutrat und ihm ohne Umstände einen Kuß auf jede Wange drückte.
»Wa... was? rief Grip ganz verdutzt. Mein Fräulein... ich kenne Sie ja gar nicht... Umarmt und küßt man denn hier die Leute, ohne sie zu kennen?
– Nun so fange ich erst wieder an, wenn wir mit einander bekannt geworden sind....
– Das ist ja Sissy, Grip!... Sissy!... Sissy!« wiederholte Bob laut auflachend.
Eben traten Findling und die Kat ein. Der Teufelskerl, der Grip, wollte jetzt aber nichts von einer weiteren Erklärung hören, als bis er dem Mägdlein die erhaltenen Küsse richtig heimgezahlt hätte. Bei Sanct Patrick! Sissy erschien ihm doch gar zu reizend und thaufrisch! Und da er von Amerika ein kostbares Herren-Reisenecessaire mit Stiefelknecht, Rasiermesser und Seifenbecken – für die spätere Zeit seines Boy bestimmt – mitgebracht hatte, behauptete er flottweg, dieses für Sissy gekauft zu haben, deren Anwesenheit im Bazar des Little Boy er geahnt hätte – und Sissy mußte sich schon drein fügen, sein Geschenk anzunehmen, was der eigentliche Empfänger desselben auch ohne Murren geschehen ließ.
Jetzt gab es in dem Magazin der Bedford-Street herrliche Tage. War er nicht an Bord zurückgehalten, so »lichtete« Grip »hier gar nicht mehr die Anker«. Im Comptoir des »Kleinen Geldbeutels« befand sich offenbar ein Magnet, dessen Anziehungskraft bis zu den Docks reichte und der ihn bei Sissy festhielt. Den Naturgesetzen kann einmal keiner widerstehen. Findling hatte es sehr bald bemerkt.
»Nicht wahr, sie ist nett, meine große Schwester? fragte er eines Tages Grip.
– Deine große Schwester, mein Boy?... O, es wäre gar nicht hübsch, es wäre häßlich von ihr, wenn sie das nicht ganz von selbst wäre!... Es wäre garstig von ihr!
– Garstig... Sissy?... Ich bitte Dich, Grip!...