Muck wußte ihm dafür Dank.
»Du mein einziger Freund!« sagte er gerührt. »Bist mir treu geblieben im Unglück, will sagen im Glück« – manchmal wußte er selbst nicht recht, war er unglücklich oder glücklich – »Aber wir wollen auch zusammenhalten!«
Er mußte stolz sein können, um glücklich zu sein und indem er einerseits sagte: »Das ist mein Wald, mein Bach, meine Mühle,« dachte er andererseits: Und das ist mein Freund, der Hausbesitzer Mayer.
»Ah!« rief dieser überrascht. Da lag ein Haus mit grünen Fensterläden, mit Hof und Garten davor, hart an der Straße, nah am Bach, ein buntes Beieinander – »Das also ist dein Haus?«
»Freilich! Das heißt – es ist doch?« Muck schien sein Haus nicht mehr zu erkennen. Ihm fehlte etwas. Hatte nicht ein Baum davor gestanden?
»Ja, sagen Sie mir, Stephani,« fragte er den Verwalter, der, sein Jüngstes auf dem Arm, aus der Thüre trat: »Wo ist denn nur der Apfelbaum?«
Dieser deutete auf den Rain jenseits des Baches.
»Aber wie in aller Welt kommt der Baum dorthin?«
Er hatte ihn umsetzen lassen, ganz einfach. So etwas! Gleich gab es Ärger, kaum daß man die Schwelle betrat. Hundskerl von Verwalter! Wie er nur die Honneurs machte, ihn umherführte in seinem Eigentum. Und schöne Dinge mußte er erfahren. Die jungen Schweine waren in den Mutterleib zurückgekehrt, das Mutterschwein hatte sie gefressen, die neue Kuh war krank, das Heu mißraten. So geh' ich langsam zu Grunde und muß dafür noch Steuer entrichten! dachte er.
Doch verschluckte er seinen Ärger, damit der Gast nichts merke, das hätte er nicht um alles wollen aus purer Eitelkeit, Gott bewahre! Aber wo steckte nur der Gast? Vor dem Haus saß er auf der Bank, um sich auszuschnaufen. Warum nicht gar! Und Hof und Ställe? Er hatte ja Hof und Ställe noch nicht gesehen. Es half nichts, er mußte das edle Mutterschwein bewundern, die kranke Kuh und die Perlhühner. Aber wo waren diese nur?