Sie begann unwillkürlich wieder von Yse.

»Ich sah sie lange nicht. Sie schreibt mir auch nicht mehr.«

»Dafür liest man, was sie für alle schreibt,« sagte er.

»Das lassen Sie also gelten?« fragte sie. »Das, was sie schafft?«

»Was sie schafft, ja. Denn es ist etwas Gegebenes, die Aussprache einer inneren Kultur. Ich freute mich herzlich, wenn ich unter meinen Mädchen ein solches Fünklein entdecken könnte – blasen und blasen würde ich – aber leider glimmen solche Feuer in Markburg nicht auf!«

Christiane fragte plötzlich nach seiner Schwester.

Er sagte langsam: »Fräulein Doktor Dorreyter, Sie werden sich wohl darüber klar sein, was für einen Weg sie gemacht hat. Vor Ihnen will ich das nicht verhehlen. Es hängt etwas daran, ehe eine arme Offizierstochter eine bekannte Bühnenkünstlerin wird.«

Sie nickte schwer.

»Aber meine Schwester ist echtes Künstlerblut,« setzte er hinzu, »und es hat keinen Ballast für sie bedeutet.«

»Und Sie, Herr Doktor?« fragte Christiane plötzlich, »wie stellen Sie sich als Bruder dazu?«