Bartelmes trat zu Christiane heran.

»Jetzt dürfen wir beginnen, nicht wahr?«

Das Klavier schlug an, und nun kamen sie.

Wie ein Frühlingszug glitt es heran, nichts von Drill und Tanzstunde, von frühreifer Koketterie, in keinem Auge etwas Dreistes, überall Mädchenschritte, Mädchenblicke, zarte Hingabe – – ›Ein Veilchen auf der Wiese stand –‹

Gewiß waren die Kleider raffiniert ausgesucht, die Kränze geschickt aufgesetzt, gewiß war alles genau überlegt und herausgespielt, und doch schien es, als hätte er die Kindesseele ganz rein heraufgeholt, als hätte er diese Herzen zu feiner Kunst geöffnet.

So lieblich hatte Christiane diese Mädchen noch nie gesehen. So schön noch nicht. –

In ihr schrie es. Der Neid kam auf. Die glühende Sehnsucht nach dieser Jugend und diesem Sein.

Und auf einmal überkam sie eine Erinnerung: ein wenig ähnlich war der Plan doch gewesen, den Diermann und die Haberkorn damals aufgesetzt hatten, als sie glaubten, daß ihr Interregnum noch fortdauern könnte. Nur künstlerischer war er gestaltet. Deshalb war die Oberlehrerin so eifrig dabei, deshalb waren fast alle so voller Feuer und Flamme gewesen – etwas Altes von ihnen, ihr eigener Wille hatte sich da durchgedrückt.

Und es war schön – schön – – –

Bartelmes konnte viel. Er war ein Künstler.