»Gewiß. Dieser Kranz ist für den schönen Prinzen bestimmt; ich will ihm denselben in den Wagen werfen, wenn er vorüber fährt.«

»So, so,« entgegnete der Prinz wohlgefällig und fügte hinzu: »Ich erspare Dir die Mühe, nach dem Wege zu gehen; Du kannst mir den Kranz hier geben.«

Mariane erschrak, ließ den Kranz sinken und schaute den Prinzen mit ihren großen dunkeln Augen an, dann aber, durch Mühlfels’ geheimen Wink bestimmt, rief sie:

»Sie sind die Hoheit?!«

»Nun ja; so komm’ nur, damit ich Dich endlich in der Nähe betrachten kann!« rief der Prinz lachend.

Einen Augenblick zögerte Mariane, dann aber kam sie näher. Leicht und gefällig wand sich ihre schlanke Gestalt durch die Büsche. Mit gesenkten Blicken und tief erröthend blieb sie alsdann vor dem Prinzen stehen.

Sie bot einen überaus reizenden Anblick dar.

Die einfache ländliche Kleidung, statt ihre natürlichen Reize zu schmälern, ließ dieselben nur noch mehr hervortreten. Rascher hob sich ihr Busen, die innere Bewegung verrathend, von dem knappen, zierlichen Mieder umschlossen. Auf dem Gange hatte sich das Busentuch verschoben und gewährte den Blick auf den schöngeformten Hals und Nacken.

Mit dem höchsten Wohlgefallen ruhte des Prinzen Auge auf der reizenden Gestalt; er glaubte ein so schönes Mädchen noch nie gesehen zu haben. In Marianen däuchten ihm alle seine Wünsche verkörpert; sie nur gehörte in jene Villa, sie nur sollte seine Schäferin, die Königin seines Herzens sein.

»So komm’ nur näher, reizendes Kind, und gieb mir den Kranz,« sprach der Prinz und streckte ihr die Hand entgegen.