Mir blieb als letzter Anker der Vernunft nur noch die Ungermann. Die war aber auch nicht vorhanden, im Gegentheil komplet abwesend mitsammt Schloßkorb und Schachteln. Ab nach Kassel. Ihre Sachen standen noch da.

Ich war wie erschossen. Knieewankend setzte ich mich. Was war geschehen? Kein Mensch im Hause als das unzurechnungsfähige Schlafkind und Dorette. Da kam sie gerade wieder herauf.

»Dorette,« rief ich, »hier herein ins Berliner Zimmer und nun nicht länger gewimmert, sondern ohne Mogeln erzählt, was vorgefallen ist. Erstens die Ungermann?«

»Die hat sich verzogen mit'n Mittagszug. Un Trinkjeld hat se nich jejeben. Det haak ihr jleich anjeahnt, als se kam. Det war eene von de Billijen.«

»Gut. Und zweitens die Frau Kliebisch?«

»Die kommt bis spätestens übermorjen retour.«

»Von wo?«

»Det hat se nich jesagt. Et war ja jroßer Ufstand, wie der junge Herr heut Nachmittag kam un er sagte: Ottilie, ick lasse Dir nich, un sie sagte nein, nein, ick derf nich, ick wollte, ick wäre bejraben oder so. Jenau konnt ick't nich verstehn...«

»Also wieder an der Thür gehorcht. Und was sagte Herr Kriehberg?«

»Der? Der sagte jarnischt.«