Das erste Lichtfest.
Wie theile ich Ottilie ein?
Dies war die Frage, die mich wie eine Fliege piesackte, von denen es nach meiner Selbstbeobachtung mehrere Sorten von Banditen giebt, nämlich solche, die sich auf Eßbares setzen, weshalb die Butschen ihr Apfelmus stets mit Korinthen bestreut, sie durch die Aehnlichkeit zu vertuschen, und solche, die sich mehr auf menschliche Verfolgung legen, bis man die Bestie nach endlosem Vorbeigelingen getroffen hat oder irgend etwas Zerbrechliches, das in der Ziellinie stand.
Ottilie kennt Berlin nur aus im zweiten Lebensjahre gewonnenen Jugendeindrücken und weiß besser in den spanischen Provinzen Bescheid, als in der Reichshauptstadt nebst Umgebung, was man ihr auch nicht verdenken kann, da sie in Geographie mit einem Einser siegte und zwar besonders durch einen fehlerfreien Aufsatz über Madrid, das sie für ihr Leben gern einmal sehen möchte, um zu vergleichen, ob es wirklich so ist, wie sie es beschrieben hat.
Ich sagte: »Ottilie, zwischen uns und Hispanien liegt zu viel Landkarte. Und wenn auch Sevilla und Granada sehr gepriesen werden, in diesem Sommer geht nichts über Treptow. Damit Du jedoch nicht zu dem Glauben verleitet wirst, Berlin bestände bloß aus Vergnügungspartieen nach der Ausstellung, ergiebt sich für Dich die Nothwendigkeit, erst die Residenz als solche zu ergründen und natürlich Potsdam dazu und ein paar Kilometer Charlottenburg oder bis zum Spandauer Berg, wo man Aussicht auf ungeheuer viel Geld hat, auf den Juliusthurm nämlich, worin die Millionen des Kriegsschatzes schlummern. Dieser Anblick in Verbindung mit dem vorzüglichen Bier ist beruhigend für den Staatsbürger und dessen Gattin, sobald sie über das erforderliche Verständnis verfügt, denn das schönste Militair nützt nichts ohne das nöthige Großgeld.«
»Gerade die Entzückendsten machen reiche Heirathen des Geldes wegen. Aber sie werden schrecklich unglücklich ohne Liebe.«