»Gewiß,« sagte ich, »dazu sind die Zähldroschken extra erfunden. Das nächste Mal nehmt Ihr keinen Weißlackirten, sondern einen einfach Schwarzen.«

»Und dann fahren Sie mit,« sagte Tante Lina, »und zeigen uns Alles, damit ich zu Hause erzählen kann, wie Berlin eigentlich aussieht. Die Zwei Mark vierzig heute sind rein weggeschmissen. Gut, daß Oberlehrer Kranz das nicht erfährt, der behauptet immer, Frauen können nicht rechnen. Seine Frau versteht es allerdings nicht, sie giebt viel zu Unnöthiges aus; ihr Vater machte bankerott; das Geld lag in der Ofenröhre, und wer was brauchte, nahm welches, das konnte nicht bestehen. Und mehr als knappe Aussteuer brachte sie nicht mit. Kranz giebt ihr nie über drei Mark, aber die Leute sagen, sie läßt anschreiben. Er hätte sich besser mit Viedt's Tochter gestanden, Viedt's stehen sich breit...«

»Bitte, entschuldigen Sie mich; ich muß in die Küche.« — Halb verzweifelt flüchtete ich ins Kontor.

»Was ist? Was giebt's?« fragte mein Karl bestürzt, als ich, dem Weinen nahe, auf das Kanapee sank.

»Viedt,« stöhnte ich.

»Armes Weib.«

»Karl, eine Postkarte! Ich schreibe der Redaction: auf Architektur müßte sie Umstände halber verzichten. Aber spotte nicht. Ich bin so mürbe, so mürbe.«

»Minchen, weißt Du 'was? Wir Beide ganz allein machen hinaus nach Treptow. Ich habe im Weinhäus'l einen vorzüglichen Tropfen ausbaldowert. Wir ganz allein, Minchen.«

»Ja, mein Karl. Sicherer wäre am Ende nach dem Grunewald. Aber wie Du willst.«